Blutzuckerregulation – Balanceakt der Hormone

6.9.2012 - Um Kraft und Energie zu haben müssen wir essen. Drei bis fünf Mahlzeiten am Tag sollten es sein, ansonsten müssen wir uns nicht weiter mit der Energieversorgung unseres Körpers befassen. Dies verdanken wir allerdings nur einem ausgeklügelten Regulationsmechanismus von verschiedenen Hormonen und Energiespeichern unseres Körpers. Zur Aufrechterhaltung einer konstanten Energiezufuhr unserer Organe würden wenige Mahlzeiten pro Tag nämlich bei weitem nicht reichen.

 

Das entscheidende Organ für die hormonelle Steuerung des Blutzuckerspiegels ist die Bauchspeicheldrüse. Sie beinhaltet spezialisierte Zellen, die mit einem Zuckersensor ausgestattet sind und je nach Blutzuckerspiegel bestimmte Hormone freisetzen können. Die zwei Hormone, die hierbei die größte Rolle spielen, sind Insulin und sein Gegenspieler, das Glucagon.

Insulin wird in den ß-Zellen (Beta-Zellen) produziert. Essen wir nun etwas und steigt der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit an,  werden die ß-Zellen Insulin freisetzen, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen einzuschleusen. Insulin ist das einzige Hormon in unserem Körper, das den Blutzucker senkt. Ein Insulinmangel kann also nicht durch andere Hormone ausgeglichen werden.

Wie wirkt Insulin nun blutzuckersenkend?

Steigt die Insulinkonzentration im Blut an, geschehen einige Reaktionen direkt an den Zellen. Das Insulin bindet an einen Rezeptor an der Zelloberfläche und setzt dadurch verschiedene Reaktionen in der Zelle in Gang. Fast alle Zellen unseres Körpers verfügen über diese „Antenne“ für Insulin.

  • Die Zelle reagiert auf das Signal und lässt mehr Zuckermoleküle über einen „Glukosekanal“ (Glukosetransporter) durch die Zellmembran hindurch passieren.Insulinwirkung auf zellulärer Ebene

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/GLUT-4

  • Durch das Insulinsignal werden in der Zelle außerdem Enzyme verstärkt aktiviert, welche für die Verwertung von Zucker zuständig sind.
  • Insulin hat darüber hinaus noch unzählige weitere Funktionen. Es greift beispielsweise über komplexe Schaltmechanismen auch in das Zellwachstum und den Fettstoffwechsel ein.

Zusammengefasst sorgt Insulin nun dafür, dass der Blutzuckerspiegel sinkt und unser Körper die zugeführte Energie sinnvoll nutzt.

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Das Glucagon, produziert von den α-Zellen (Alpha-Zellen), ist zuständig für die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels, wenn wir länger nichts gegessen haben. Fällt der Blutzuckerspiegel ab, entsteht ein Hungersignal, infolge dessen Glucagon ausgeschüttet wird. Das Glucagon stimuliert die Freisetzung von Blutzucker aus den Glykogenspeichern in der Leber und die Produktion von Zucker aus anderen Quellen, Glukoneogenese genannt.

BJ

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