Diabetes, die Epidemie des 21. Jahrhunderts

11.8.2012 - Eine aktuelle Studie von Majid Ezzati vom Imperial College London belegt, was Experten schon lange vorausgesagt haben: Diabetes ist eine globale Epidemie und breitet sich rasant aus.

Derzeit sind zirka 350 Millionen Menschen weltweit von der Zuckerkrankheit betroffen und damit mehr als doppelt so viele wie noch 1980. Eine dramatische Entwicklung insofern, als noch vor wenigen Jahren die 350 Millionen Erkrankten für das Jahr 2025 vorausgesagt wurden. Dies liegt unter anderem auch daran, dass frühere Studien die tatsächlichen Krankheitszahlen unterschätzt haben.

weltkarte-diabetes-2010-u-prognose2030-1 Die aktuelle Studie von Ezzati und Kollegen ist mit ihren 2,7 Millionen Teilnehmern die größte und somit exakteste Erhebung. Obwohl ein großer Teil der steigenden Neuerkrankungen durch das Bevölkerungswachstum und eine höhere Lebenserwartung erklärt werden kann, sind zirka 30 % das Resultat einer verstärkten Ausbreitung der Zuckerkrankheit.

Jedes Jahr sterben schätzungsweise 3 Millionen Menschen an den Folgeerkrankungen der Zuckerkrankheit. Projekte mit dem Ziel eine Abnahme der Erkrankungszahlen zu erreichen scheiterten bis jetzt.

Diabetes macht sich mehr und mehr breit, resümiert Studienleiter Majid Ezzati.

Auch in Europa ist Diabetes eine Volkskrankheit. Am häufigsten ist Diabetes jedoch bei den Bewohnern der Pazifischen Inseln. Weitere Brutstätten der Zuckerkrankheit sind beispielsweise Lateinamerika und die USA. Am positiven Ende der Skala finden sich hingegen Staaten in Südostasien.

390.000 Diabeteskranke

Österreichweit leiden 390.000 Personen an Diabetes. Starben im Jahr 1981 in Österreich 1.278 Menschen an den Folgeerkrankungen von Diabetes stieg diese Zahl bis 2008 bereits auf 3.385. Eine dramatische Zunahme.

Eine der Ursachen für die rasant steigenden Neuerkrankungszahlen sehen die Wissenschaftler im Übergewicht, bedingt durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Die zunehmende Technisierung unserer modernen Welt befreit immer mehr Menschen von körperlicher Tätigkeit.

Billige, aber fett- und kalorienreiche Lebensmittel tun ihr Übriges zu dieser negativen Entwicklung. Unser Körper, der sich über Jahrtausende an eine Umwelt angepasst hat, in der Nahrungsmittel nicht ständig verfügbar und niemals so hochkalorisch waren wie heute, kommt mit diesem Überangebot oft nicht zurecht. Wir hätten wohl kaum bis heute überlebt, würde unser Organismus so verschwenderisch mit Kalorien umgehen wie wir uns heute ernähren können.

Das Bewusstsein um diese Tatsache ist der erste Schritt für eine erfolgreiche Prävention der Zuckerkrankheit.

BJ



Weiterlesen:

http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(11)60679-X/fulltext

http://www.idf.org/

http://www1.imperial.ac.uk/medicine/people/ezzati/

http://www.statistik.at/web_de/suchergebnisse/index.html

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