Die Bauchspeicheldrüse – Ein lebenswichtiges Organ

Die meisten Menschen haben schon einmal etwas von der Bauchspeicheldrüse gehört, die wenigsten wissen jedoch was dieses Organ alles für uns macht. Der medizinische Name für die Bauchspeicheldrüse, Pankreas, kommt aus dem Griechischen und steht für „alles Fleisch“. In der Antike wurde die Bauchspeicheldrüse nämlich fälschlicherweise als funktionsloses Fleisch angesehen. Heute wissen wir es besser.

Lager der Bauchspeicheldrüse im Körper

Die Bauchspeicheldrüse liegt im Bauchraum zwischen dem Magen und der Bauchschlagader. Der Ausführungsgang des circa 15 Zentimeter langen und 100 Gramm schweren Organs mündet in den Zwölffingerdarm. Die Bauchspeicheldrüse ist sehr stark durchblutet und an das Nervensystem angeschlossen. Sie produziert ungefähr 1,5 Liter Sekret pro Tag.

Verdauungssaft- und Hormonproduzent

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei voneinander unabhängige Funktionen: Sie gibt einerseits Verdauungssäfte in den Zwölffingerdarm und andererseits Hormone für die Blutzucker- und Appetitregulation in das Blut ab. 98 Prozent der Bauchspeicheldrüse produziert dabei Verdauungssäfte und nur 2 Prozent sind für die Hormonproduktion zuständig.

Verdauungsaft für den Darm

Der Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse enthält Enzyme für die Spaltung von Nahrungsbestandteilen. Proteasen für die Spaltung von Eiweiß, Amylasen für die Spaltung von Kohlenhydraten und Lipasen für die Spaltung von Fetten. Ohne diese Enzyme könnten wir die viel zu großen Nährstoffmoleküle nicht über unseren Darm aufnehmen.

Hormone für das Blut

In der Drüse verteilt liegen sogenannte Inselzellen. Diese Inselzellen machen 2 Prozent der Bauchspeicheldrüse aus und haben sich auf die Produktion von Hormonen spezialisiert, deren Hauptaufgabe die Regulation des Blutzuckers ist. Das bekannteste ist das Insulin. Gemeinsam mit dem Glukagon übernimmt es die Regulation des Blutzuckerspiegels. Während das Insulin dafür sorgt, dass der aus dem Darm aufgenommene Zucker von unseren Zellen aufgenommen und verstoffwechselt wird, sorgt das Glukagon in Hungerzeiten dafür, dass unser Körper Zucker aus den „Speichern“ bereitstellt und in das Blut abgibt. Außerdem werden noch weitere Hormone für die Regulation des Appetits produziert.

Wenn die Bauchspeicheldrüse ausfällt

Es gibt verschiedenste Ursachen, warum dieses wichtige Organ seine Funktion aufgeben kann:

Bauchspeicheldrüsenentzündung – Pankreatitis

Kommt es zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ist in erster Linie die Produktion der Verdauungsenzyme betroffen. Neben sehr starken Schmerzen können auch Übelkeit, Fieber und in schweren Fällen Gelbsucht auftreten. Obwohl die Bauchspeicheldrüsenentzündung in den meisten Fällen wieder abheilt, kann in einigen Fällen ein Funktionsverlust, die sogenannte Pankreasinsuffizienz auftreten. Als Folge des Enzymmangels, können die Nahrungsbestandteile nicht mehr gespalten werden. Als Therapie müssen Betroffene die Verdauungsenzyme in Tablettenform zu den Mahlzeiten einnehmen.

Diabetes Mellitus Typ I – Der Körper greift sich selbst an

Beim Diabetes Mellitus Typ I findet eine sogenannte Autoimmunreaktion statt. Das körpereigene Abwehrsystem erkennt die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse fälschlicherweise als fremd und greift sie an. Durch die Zerstörung der Zellen kommt es zu einem absoluten Insulinmangel. Der Blutzucker kann nicht mehr in die Körperzellen aufgenommen werden und es kommt zu einem gefährlichen Blutzuckeranstieg. Als Therapie dieser Erkrankung muss das fehlende Hormon, Insulin, ersetzt werden. Dies geschieht indem sich Erkrankte das Insulin per Injektion selbst verabreichen.

 

Weiterlesen:

http://www.medizinfo.de/gastro/beschwerden/pankreas.shtml

http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/bauchspeicheldruesenentzuendung.htm

https://www.sozialversicherung.at/portal27/portal/bgkkportal/channel_content/cmsWindow?action=2&p_menuid=51395&p_tabid=3

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