Gutes Fett, böses Fett: Fett ist nicht gleich Fett

Dicksein geht mit vielen Risiken für die Gesundheit einher, das wissen wir schon lange. Neue Untersuchungen zeigen, dass es aber vor allem auf die Verteilung des Fettgewebes ankommt.

Das viszerale Bauchfett ist Stoffwechselaktiv
Einerseits gibt es das subkutane Fettgewebe, das heißt, das Fettgewebe das direkt unter unserer Haut liegt und andererseits das viszerale Fettgewebe, welches in unserem Bauchraum um und zwischen den Organen liegt.

Übergewicht wird gemessen, indem man den Body-Mass-Index berechnet, wobei Werte zwischen 18,5 und 25 kg/m² Normalgewicht entsprechen.

Bauchumfang jedoch wichtiger als BMI

Ging man lange Zeit davon aus, dass Dicksein per se gefährlich ist, konnte nun gezeigt werden, dass speziell ein erhöhter Bauchumfang, das heißt eine Vermehrung des viszeralen Fettgewebes, mit einer Erhöhung sämtlicher gesundheitlicher Risiken einhergeht.

Darum empfiehlt beispielsweise das US-amerikanische National Institute of Health unbedingt auf den Bauchumfang zu achten: der Taillenumfang bei Frauen sollte nicht mehr als 88 Zentimeter und bei Männern nicht mehr als 102 Zentimeter betragen. Besonders gefährdet sind Menschen, die einen erhöhten Bauchumfang bei normalem BMI haben.

Die Liste der Folgeerkrankungen ist lang und beinhaltet unter anderem Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall und viele mehr. Auch beim Typ 2 Diabetes, der durch jahrelange Fehlernährung mitverursacht wird, hat ein Großteil der Erkrankten einen erhöhten Bauchumfang. Der Beginn verläuft meist schleichend über die Zwischenstufe einer gestörten Glukosetoleranz - dieses Stadium nennt man "Prädiabetes".

Prädiabetes kann unter anderem durch die Messung des Nüchtern-Blutzuckerspiegels festgestellt werden. Ist dieser zwischen 100 – 125 mg/dl spricht man von Prädiabetes. 30 Prozent der Prädiabetiker bleiben bei der reinen Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers jedoch unentdeckt. Der sogenannte Glukose Toleranztest hilft auch diese zu erkennen. Dabei wird 75 Gramm Glukose verabreicht und zwei Stunden danach der Blutzucker gemessen. Bei Werten zwischen 140 – 199 mg/dl kann man von einem Prädiabetes sprechen.

Prädiabetes ist noch keine Krankheit, kann aber die Vorstufe zum Typ 2 Diabetes darstellen, sollte der bisherige Lebensstil nicht geändert werden.

Prädiabetes – Gewichtsreduktion als Therapie?

Prädiabetes kann unter anderem durch Gewichtsreduktion effektiv behandelt werden. Dazu braucht es eine konsequente Ernährungsumstellung und vor allem regelmäßige Bewegung.
Einige Studien zeigen, dass hierbei vor allem der Bewegungstherapie große Effektivität zukommt. Alleine 150 Minuten schnelles Gehen pro Woche kann das Risiko an Typ 2 Diabetes zu erkranken um 40 Prozent senken. Nimmt man noch Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion hinzu, kann Diabetes zu 60 Prozent verhindert werden.
Hier besteht intensiver Beratungsbedarf, damit die Ernährungsumstellung wirksam umgesetzt werden kann, um eine Gewichtsreduktion zu erreichen und diese auch langfristig zu erhalten.

BJ



Weiterlesen:

http://www.ingo-froboese.de/blog/bauchfett-erhoht-das-sterberisiko/
http://www.medizinpopulaer.at/tags/details/article/bauchfett-gefaehrlicher-als-hueftspeck.html

Therapie des Prädiabetes: http://kardiologie-gefaessmedizin.universimed.com/artikel/behandlung-des-pr%C3%A4diabetes-di%C3%A4t-therapie-oder-gar-nichts

Video: http://www.youtube.com/watch?v=x2BIA1q_cEA

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