Das Gedächtnis und der Zucker

21.10.2012 - Auf den ersten Blick haben Zuckerkrankheit und Alzheimer nicht viel miteinander zu tun. Neuere Erkenntnisse aus der Forschung zeigen jedoch ein anderes Bild dieser noch immer nicht vollständig erforschten Erkrankung. Manche gehen sogar so weit und bezeichnen Alzheimer bereits als Typ 3 Diabetes.

 

Alzheimer, worum handelt es sich dabei?

Alzheimer ist eine Erkrankung aus der Gruppe der neurodegenerativen Erkrankungen. Zu dieser großen Gruppe gehören meist langsam fortschreitende Erkrankungen des Nervensystems, die zu einem Verlust von Nervenzellen führen und als häufigste Symptome Gedächtnis- und Bewegungsstörungen  aufweisen. Bei Alzheimer steht der Gedächtnisverlust im Vordergrund. Bereits viele Jahre bevor sich erste Symptome bemerkbar machen, bilden sich im Gehirn der Betroffenen Ablagerungen bestimmter Proteine, sogenannte Plaques. Diese Plaques führen in Folge zum Absterben der Nervenzellen. Warum sie entstehen ist bis heute nicht geklärt. Die Erkrankung ist noch nicht ursächlich behandelbar.

Die Idee, dass es sich bei Alzheimer um Diabetes Typ 3 handeln könnte, kursiert unter Forschern schon seit 2005. Diese Theorie hat sich durch neuere Untersuchungen durchaus erhärtet. Unsere schlechten Ernährungsgewohnheiten haben vermutlich mehr mit dem schleichenden Gedächtnisverlust zu tun als uns lieb ist. Dr. Suzanne de la Monte vom Rhode Island Hospital konnte in ihren Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen Insulinresistenz des Gehirns und der Entwicklung von Alzheimer aufzeigen. Darüber hinaus gibt es erste Beobachtungen, dass  Diabetesmedikamente den Verlauf von Alzheimer verzögern oder sogar stoppen können.

Besonders beachtlich darunter ist das Ergebnis einer Studie unter der Leitung von Dr. Suzanne Craft. Das Forscherteam verabreichte Patienten mit Alzheimer oder einer leichten Form von Gedächtniseinschränkung Insulin mittels eines Nasensprays. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde bei allen Probanden regelmäßig mit Tests überprüft. Das erstaunliche Ergebnis - die Probanden, welche Insulin erhielten, konnten ihre kognitive Leistungsfähigkeit erhalten. Bei jenen Probanden hingegen, die mit einem Placebo behandelt wurden, verschlechterte sich die kognitive Leistung.

 

BJ

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise, stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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