Blutfett - tödlicher Überschuss

23.9.2012 - Typ 2 Diabetiker haben aufgrund ihres entgleisten Zuckerstoffwechsels bereits mit einem höheren Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zu kämpfen. Zuckerkranke sterben häufig an durch Blutgerinnsel in den Gefäßen ausgelösten Komplikationen in Form eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalles. Vor allem der Typ 2 Diabetiker hat als Folge von häufig vorhandener Fehlernährung und Übergewicht auch ein entsprechend erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen, welche das Risiko für derartige Erkrankungen noch weiter steigert. Ein Teufelskreis.

Blutfett – etwas komplexer!

Bei der Bezeichnung Blutfett haben wir es nicht so einfach wie beim Blutzucker. Ist der Blutzucker nur ein einzelnes Molekül – Glucose – handelt es sich bei den Blutfetten um Gemische von unterschiedlichen Fetten, Lipide genannt, deren Bausteine wiederum Triglyceride sind. Vielen Diabetikern liegen vor allem die Begriffe LDL, HDL, Triglyceride und Cholesterin nach der Befundbesprechung beim Arzt sprichwörtlich schwer im Magen. Worum es sich bei diesen Werten handelt wollen wir kurz erläutern.

Fett im Blut  - wie geht das?

Jeder kennt den Effekt, wenn man Öl in Wasser gießt löst es sich nicht auf, sondern bildet einen Film an der Wasseroberfläche. Das gleiche Problem besteht nun auch in unserem Blut, darum hat sich der Körper ein schlaues System überlegt. Fette werden in kleine Transportkügelchen – Lipoproteine genannt – verpackt und können so „gelöst“ über das Blut transportiert werden. Vom Darm aus wandern solche Fettkügelchen dann in unseren Blutkreislauf, um von der Leber aufgenommen zu werden. Die Leber ist das zentrale Organ, wenn es um die Fettverarbeitung und -verteilung geht. Sie produziert in Folge die verschiedenen Lipoproteine, darunter auch das HDL und LDL, und gibt diese an das Blut ab. Von Körperzellen überall im Körper können diese kleinen Fettkügelchen dann aufgefangen und verwendet werden.

HDL steht dabei für „High Density Lipoprotein“, also Lipidkügelchen mit hoher Dichte und LDL für „Low Density Lipoprotein“, Lipidkügelchen mit niedriger Dichte. Das HDL nennen wir „gutes“ Cholesterin, während das LDL bei uns als das „böse“ Cholesterin bekannt ist. Tatsächlich konnte in Studien ein hoher HDL-Wert als Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert werden, wohingegen ein hoher LDL-Wert mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. ->Originalarbeit

Das Typ 2 Diabetiker vermehrt auch unter einer Erhöhung gerade des „bösen“ Cholesterins leiden, ist eine besonders gefährliche Tatsache, die auch zu der Definition eines eigenen Stoffwechselstörungs-Syndroms geführt hat – das Metabolische Syndrom.

Die Diagnosekriterien dieses Syndroms sind  abdominelle FettleibigkeitBluthochdruck (Hypertonie), veränderte Blutfettwerte (Dyslipidämie) und Insulinresistenz (Typ 2 Diabetes). Verbunden ist dieses Syndrom mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen.

Umso wichtiger ist es für Diabetiker, nicht nur genau auf ihre Blutzuckerwerte zu achten, sondern auch die Blutfette im Auge zu behalten.

 

BJ

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise, stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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