Das diabetische Fußsyndrom

6.9.2012 - Hört man das Wort "Diabetes" gibt es viele Assoziationen: Blutzuckermessgeräte, übergewichtige Jugendliche, Schlaganfälle, und Bilder von kranken Füßen. Der Grund für letzteres ist das so genannte Diabetische Fußsyndrom- eine Komplikation, die auftreten kann, wenn Diabetes mellitus lange Zeit schlecht oder gar nicht therapiert wurde.

 

 

Es ist letztlich für zwei Drittel aller Amputationen in Österreich verantwortlich.

Unter den zahlreichen Folge- & Begleiterkrankungen des Diabetes gibt es zwei, die das Fußleiden verursachen: Absterbende Nervenfasern und die Schädigung von Blutgefäßen, bekannt als Angiopathie.

Der Nervenschaden führt zu einer nicht mehr vorhandenen/reduzierten Schmerzwahrnehmung der Erkrankten an ihren Beinen. Daher auch die Gefahr, die von Druckstellen ausgeht: Ein Gesunder würde diesen Gewebedruck sofort wahrnehmen und reagieren, ein Mensch mit Nervenschädigung unterlässt dies, da der Schmerz ausbleibt.

Jahrelang schlecht eingestellter Blutzucker schädigt die Blutgefäße, dies ist erwiesen. Schlecht durchblutetes Gewebe stirbt kleinweise ab, wodurch sich kleine Wunden (umgangssprachlich "Geschwüre") bilden. Die verlangsamte Wundheilung kann diesen Prozess nicht stoppen, daher werden die Gewebeschäden immer umfassender und die Wunden tiefer...
Besonders schwerwiegend entwickelt sich das Diabetische Fußsyndrom, wenn die verletzten Stellen von Antibiotika-resistenten Keimen besiedelt werden. Werden die schmerzlosen Wundstellen zu spät entdeckt, muss in vielen Fällen der ganze Fuß amputiert werden.

Zusätzlich erschwert wird die Problematik durch Veränderungen am Skelett des Fußes. Der Grund für dieses als "Charcot-Fuß" bekanntes Leiden ist leicht erklärt: Durch Verlust/Schädigung von Nerven kommt es über einen noch nicht wissenschaftlich belegten Prozess zu porösen Knochen. Selbst auftretende Knochenbrüche im Fuß, werden durch ausbleibenden Schmerz nicht wahrgenommen. Es kommt zu weiteren "Geschwüren" und Verletzungen, die nur zögerlich und sehr langsam abheilen.

 

Es ist wichtig, als Diabetiker regelmäßig abzuklären, wie gut die Füße durchblutet sind, und ob die Beine Druckstellen oder Wunden aufweisen!

Therapiert wird das Diabetische Fußsyndrom mit einer Verbesserung der Blutzuckereinstellung (sofern möglich), sorgfältiger Behandlung von möglichen Wunden oder Brüchen sowie die Bekämpfung von Infektionen.

Außerdem lassen neueste Forschungsergebnisse aufhoffen: sie zeigen verschiedenartige Ansätze zur Behandlung und Therapie auf, deren Ergebnisse wir mit Spannung erwarten...

 

-JK

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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