Den Diabetes im Auge

6.9.2012 - Retinopathie - das ist ein Fachausdruck der Medizin für eine Folge- & Begleiterkrankungen des Diabetes. Sie ist der häufigste Grund für Erblindungen bei Erwachsenen in Europa. Vor allem Typ-1-Diabetiker sind davon betroffen- doppelt so oft wie Typ-2-Diabetiker.

Wie entsteht Retinopathie?

Durch langjährig erhöhten Blutzucker werden Gefäßwände geschädigt. Diese Schädigungen führen zu Blutungen und Ablagerungen von Blutfetten in der Netzhaut. Die daraus resultierende Minderversorgung des Auges regt körpereigene Mechanismen an, neue Blutgefäße zu bilden. Doch diese Gefäße sind von geringerer Qualität, sie besitzen dünne Wände, die leicht (ein-)reißen und zu weiteren Blutungen führen- Bildet sich erst mal ein "Makulaödem"(- im Prinzip eine Ansammlung von Flüssigkeit im dem Bereich des Auges, in dem das Sehen am schärfsten ist) droht die Erblindung.

Wie erkennt man diesen Prozess?

Durch Einblutungen kommt es zum "Rußregen", dem die/der Betroffene als "schwarze Punkte" im Sichtfeld wahrnimmt. Im späteren Krankheitsverlauf ist die rapide Verschlechterung der Sehschärfe auffällig.

Was kann man dagegen tun?

Das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten ist breit gefächert: Die wichtigste Therapie ist, wie bei allen Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus, die optimale Einstellung des Blutzuckers. So beugt man weitere Schäden generell vor. Ein Verzicht auf Tabak und Alkoholkonsum, eine Steigerung der sportlichen Aktivität und im Bedarfsfall eine Ernährungsumstellung unterstützen die Betroffenen.

Eine 100%ige Heilung einer vorhandenen Retinopathie ist bis heute noch nicht möglich, aber es gibt viele vielversprechende Ansätze, die gute Erfolge verbuchen konnten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

1) Lasertherapie: kommt zum Einsatz, wenn bereits Blut in den Glaskörper des Auges gelangte. Ziel der Therapie ist die Verödung undichter Gefäße und die Unterdrückung der Neubildung qualitativ minderwertiger Gefäße.

2) Injektionen: durch Injektionen werden Medikamente in das Auge eingebracht, die die Neubildung von schadhaften Blutgefäßen unterdrücken.

3) Operation am Auge: wird durchgeführt, wenn viel Blut in den Glaskörper gelangte. Dieses Blut wird, meist kombiniert mit einer Lasertherapie, operativ aus dem Glaskörper entfernt.

Meist sind entstandene Schäden nicht mehr reversibel. Die Behandlungen sollen jedoch ein Fortschreiten der Krankheit verhindern. Bessere Chancen haben jene Patienten, die früh diagnostiziert werden, und sich regelmäßig untersuchen lassen. Daher gilt:

Ist erst einmal Diabetes diagnostiziert, ist es sehr wichtig, regelmäßig, aber zumindest jedes Jahr oder öfter, einen Augenarzt aufzusuchen, und sich auf eine mögliche Verschlechterung der Blutgefäße überprüfen zu lassen.

 

-JK

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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