Erkältung gut überstehen trotz Diabetes

20.11.2012 - Es ist windig, regnerisch und einfach nur kalt. Der Winter hat uns gnadenlos eingeholt. Neben den Winterfreuden gesellt sich allerdings auch ein Quälgeist zu uns – die Erkältung.

 

Alle Jahre wieder - Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Halsschmerzen. Die meisten unter uns kennen diese Symptome nur zu gut und viele sind auch mehrmals im Jahr davon betroffen. Schuld daran sind hunderte verschiedene Erkältungsviren, die sich noch dazu ständig verändern – unser Immunsystem hat keine Chance, alle diese Eindringlinge sofort abzuwehren. Diabetiker leiden aufgrund ihres oft geschwächten Immunsystems meist noch häufiger an lästigen Infektionen des Atemweges und die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen wie Nasennebenhöhlenentzündung oder gar Lungenentzündung ist ebenfalls höher.

Hausmittelchen gegen Erkältung

Gegen Schnupfen hilft die Inhalation mit warmem Wasserdampf meistens gut. Dadurch wird der Schleim gelöst und die Schleimhäute können abschwellen. Kamillentee eignet sich vor allem dann gut, wenn besonders viel Sekret aus der Nase kommt, da es trocknend auf die Schleimhäute wirkt. Salbeitee und Kochsalzlösung ist besser bei trockener, gereizter Nase geeignet.

Um Halsschmerzen zu lindern, helfen Lutschpastillen besonders gut. Hier gibt es eine breite Auswahl an pflanzlichen Mitteln bis hin zu örtlich betäubenden Präparaten, welche den Schmerz sehr gut verringern. Außerdem sollten Sie ihre Stimme schonen, indem Sie wenig sprechen.

Gegen lästigen Husten eignet sich Salbei- oder Thymiantee – sowohl zum Trinken als auch zum Inhalieren. Stärkeren Husten können Sie mit pflanzlichen Präparaten aus Efeu, Thymian oder Eukalyptus behandeln. Ihr Apotheker wird Sie dazu gerne beraten. Wichtig um Husten los zu werden ist ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Körper kann dann im wahrsten Sinne des Wortes die lästigen Viren aus Rachen und Nase hinausspülen.

Was ist für Diabetiker anders?

Diabetiker sollten besonderes Augenmerk auf ihre Symptome und den Blutzuckerspiegel legen. Ob Schnupfen oder schwere Grippe, der Stoffwechsel eines Diabetikers kann in solchen Situationen leicht aus den Fugen geraten. Tabletten mit dem Wirkstoff Metformin müssen bei schweren Erkrankungen – nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt – abgesetzt werden, da sie den Körper sonst lebensgefährlich übersäuern können. Andere blutzuckersenkende Tabletten sollten Sie nicht einfach weglassen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie die Dosis anpassen sollen. Bei schweren Infektionen, wie beispielsweise einer Lungenentzündung, reichen Tabletten oft nicht mehr aus, um den Blutzucker ausreichend zu senken. Es kann notwendig werden Insulin zu spritzen, um den Blutzucker zu senken. Für eine genaue Überwachung der Stoffwechsellage sollten Sie mindestens zweimal täglich Ihren Blutzucker messen. Ein Teststreifen für Azeton im Urin kann zuverlässig auf eine beginnende Stoffwechselentgleisung hinweisen.

Bei Typ 1 Diabetikern kann der Stoffwechsel besonders leicht entgleisen. Vor allem wenn Fieber mit im Spiel ist reichen die üblichen Insulindosen nicht mehr aus, um den Blutzucker stabil zu halten. Sie sollten auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, bevor Sie die Insulindosis verändern. Als Faustregel bei fieberhaften Infekten gilt die schrittweise Erhöhung des basalen und des Mahlzeiteninsulins um zehn bis zwanzig Prozent. Dies gilt jedoch nur, wenn kein Erbrechen oder Durchfall vorliegt. Wichtig ist die ständige Kontrolle des Blutzuckerspiegels alle drei bis vier Stunden. Messen Sie immer an der üblichen Stelle, um eine rasche Entgleisung möglichst schnell zu erkennen. Als Komplikation bei entgleisendem Stoffwechsel kann die gefürchtete Ketoazidose auftreten. Symptome einer beginnenden Ketoazidose wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerz und Müdigkeit, können leicht mit Krankheitssymptomen verwechselt werden. Bei typischem Azetongeruch – riecht wie Nagellackentferner – aus dem Mund, sollte ein Ketontest gemacht werden. Haben Sie den Verdacht einer beginnenden Stoffwechselentgleisung, ziehen Sie unbedingt so schnell wie möglich einen Arzt zurate.

 

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Teile diesen Artikel

Submit to Facebook Submit to Google Bookmarks Submit to Twitter

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Tags