Wenn Hyperglykämie zu Hautveränderungen führt

12.2.2013 – Obwohl keine diabetesspezifischen Hauterkrankungen bekannt sind, treten einige Hauterkrankungen überhäufig oft bei Diabetikern auf. Bis zu 70 Prozent der Diabetiker entwickeln Symptome auf ihrer Haut.

 

 

Necrobiosis lipoidica

Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der mittleren Schicht der Lederhaut (Dermis) mit Anreicherung von Lipiden. Die Entzündung kann in Folge zum Absterben von Hautarealen führen. Hiervon betroffen sind Typ Diabetiker wesentlich stärker als Typ 2 Diabetiker. Auch Frauen trifft es häufiger als Männer. Rund ein Prozent der Bevölkerung ist von dieser Hauterkrankung betroffen, wovon 50 bis 70 Prozent der an Necrobiosis lipoidica Leidenden auch Diabetiker sind. Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch unbekannt. Die Hautveränderungen treten fast ausschließlich an den Füßen auf. Vor allem schienbeinseitig, über dem Sprunggelenk und am Fußrücken sind die blassblau-roten Papeln zu finden.

Therapeutisch stehen Salben mit dem Wirkstoff Cortison zur Auswahl, vor allem wichtig ist aber eine optimale Stoffwechseleinstellung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Necrobiosis_lipoidica

 

 

Ulcus cruris diabeticorum

Übersetzt bedeutet dieser Fachbegriff „Unterschenkelgeschwür“. Wie bei anderen Geschwüren auch handelt es sich dabei um einen Gewebedefekt, in diesem Fall am Unterschenkel lokalisiert, welcher in Form einer nicht abheilenden, nässendenWunde imponiert.

Betroffen sind vor allem ältere Menschen, Frauen häufiger als Männer. Mitverantwortlich für die Entstehung eines solchen Geschwürs ist meist eine Kombination mehrerer Erkrankungen, welche die Durchblutung verschlechtern und die Immunlage des Patienten schwächen. Oft spielt eine schlecht eingestellte Stoffwechsellage eine erhebliche Rolle. Kommt es dann zu einer Bagatellverletzung am Bein, die durch bereits vorhandene Nervenschäden oft nicht „gespürt“ wird, ist für Keime Tür und Tor geöffnet, die sich dort wunderbar vermehren können. Ziel ist die aggressive Therapie des Ulcus, um eine Amputation zu vermeiden.

 

 

 

Bullosis diabeticorum

„Bulla“ ist Latein und bedeutet Blase. Bei Bullosis diabeticorum kommt es zum spontanen Auftreten von schmerzlosen Blasen, vor allem am Unterschenkel und an den Körperenden, wie Zehen, Finger, Nase, oder Ohren. Diese Blasen sind harmlos und heilenspontan innerhalb von wenigen Wochen wieder ab. Selbst öffnen sollten Sie die Blasen allerdings nicht, da es dabei leicht zu Infektionen kommen kann. Wollen Sie diese schneller loswerden, lassen Sie diese besser von Ihrem Arzt unter sterilen Bedingungen eröffnen.


 

In Folge eines Diabetes treten noch einige weitere Erkrankungen der Haut gehäuft auf. Dazu gehört beispielsweise die Follikulitis (eine Entzündung der Haarfollikel), das Erysipel (eine bakterielle Entzündung der obersten Hautschicht) oder Mykosen (Pilzerkrankungen der Haut).

Auch andere Autoimmunerkrankungen der Haut, wie etwa Vitiligo, die Weißfleckenkrankheit, treten bei Diabetikern vermehrt auf.

 

BJ

 

Bilder: www.wikipedia.org

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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