Makroangiopathie- Diabetes beschädigt große Blutgefäße

Was sind Angiopathien? Der Begriff (von griech. „angio“ = „Gefäß“ und griech. „pathos“= „Leiden“) bezeichnet in der Medizin Veränderungen von Blutgefäßen, die meist Folge und/oder Ursache verschiedener Erkrankungen sind.

Schäden großer Blutgefäße

 

Ist der Diabetes mellitus schuld an den Gefäßveränderungen, spricht man in diesen Fällen von „diabetischen Angiopathien“. Dabei wird grob in zwei Gruppen unterschieden: Die Mikroangiopathie (vom griech. „mikro“ = „klein“), die die kleinsten Blutgefäße betrifft, und die Makroangiopathie (vom griech. „makro“ = „groß“), die vor allem große Blutgefäße (inkl. Schlagadern) betrifft. In den meisten Fällen treten beide Angiopathieformen gemeinsam auf.

Die Makroangiopathie ist eine gefährliche, aber (leider) ebenso typische Folgeerkrankung des Diabetes. Vor allem Typ-2-Diabetiker sind von diesem Krankheitsbild betroffen. Die großen und mittelgroßen Blutgefäße, vor allem die Schlagadern, werden durch einen Prozess verändert, bei dem erhöhter Blutzucker Arteriosklerose auslöst und beschleunigt. Der zugrunde liegende Vorgang im Körper ist komplex, vereinfacht ausgedrückt werden jedoch mehr Blutfette umgesetzt als beim Gesunden. Dabei lagern sich Stoffe wie Kalk- und Fettmoleküle an den Innenseiten der Gefäße ab, was letztenendes zur Verhärtung der Arterien führt. Im Laufe der Zeit lagern sich auf diese Weise mehr und mehr dieser Stoffe an, was die Gefahr für die Entstehung von Gerinnseln und Verschlüssen des Blutgefäßes erhöht.
So ist es nicht verwunderlich, dass Herzinfarkte, Schlaganfälle, und arterielle Verschlusskrankheit der Beine bei Diabetikern zwischen 5-10 mal häufiger sind als bei der nicht-zuckerkranken Bevölkerung.

Die KHK (koronare Herzkrankheit) ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und die häufigste Todesursache bei Diabetikern. Meist durch Arteriosklerose verursacht, wird der Herzmuskel immer schlechter durchblutet. Dies kann in Folge zu Muskelzellenschaden und Herzinfarkt führen. Verstärkt werden diese Gefahrenmomente durch die diabetische Neuropathie: Zerstörtes Nervengewebe kann zu Frequenz- und Rhythmusabnormalitäten am Herzen führen, die Wahrnehmung von Schmerzen reduzieren und den Teufelskreis weiter ankurbeln.

Risikofaktoren für das Auftreten sind neben unabänderlichen Dingen wie Alter, Geschlecht (Frauen sterben häufiger an diabetischem KHK als Männer) und genetischer Veranlagung vor allem die Diabetes-Trias:

  • Rauchen,

  • Übergewicht und

  • Bewegungsmangel.


Ähnlich wie bei der Mikroangiopathie sind Therapiemittel der Wahl vor allem die ideale Einstellung des Blutzuckers, eine ausgewogene Ernährung & Gewichtsreduktion und Nikotinverzicht.
Treten akute Gefäßverschlüsse auf, muss medikamentös oder operativ (durch Einsatz von Stents) die Durchblutung gewährleistet werden.


-JK

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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