Der weibliche Zyklus beeinflusst den Blutzucker

22.11.2012 - Die natürlichen Hormonschwankungen, die während des weiblichen Zyklus ablaufen, können den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Umgekehrt kann ein Diabetes aber auch die Menstruation selbst in Länge und Schwere beeinflussen.

 


Der Menstruationszyklus ist ein etwa ein Monat dauernder Vorgang im Körper der Frau, bei dem immer wieder aufs Neue ein befruchtungsfähiges Ei bereitgestellt wird, um für Nachwuchs zu sorgen. Der Zyklus beginnt mit dem Einsetzen der Monatsblutung. Im Verlauf steigen die Hormonspiegel von Östrogen, follikelstimmulierendem Hormon und luteinisierendem Hormon an, um in der Zyklusmitte den Eisprung auszulösen (Siehe Grafik). Nach dem Eisprung sinken diese Hormone wieder ab. Progesteron - das Schwangerschaftshormon – steigt mit dem Eisprung an, um eine eventuelle Schwangerschaft zu ermöglichen. Kommt es zu keiner Befruchtung, fällt der Progesteronspiegel wieder ab und der Zyklus beginnt von vorne.

 

Grafik: © Thomas Steiner

Was hat dieses komplexe System nun mit dem Blutzuckerspiegel zu tun?

Da der Zyklus genauso wie der Blutzuckerspiegel durch Hormone reguliert wird, funkt man sozusagen auf derselben Frequenz. Hormone können sich gegenseitig beeinflussen, was sie in diesem Fall auch machen. Speziell die Hormone Östrogen und Progesteron beeinflussen das Hormon Insulin, welches bekanntlich den Blutzucker reguliert. Diese Interaktion hat oft einen erhöhten Blutzuckerspiegel eine Woche vor der Menstruationsblutung, also direkt nach dem Eisprung,  zur Folge. Diese milde Insulinresistenz wirkt sich auch auf therapeutisch verabreichtes Insulin aus. Setzt die Menstruationsblutung dann ein, tendieren viele Frauen eher zu einem fallenden Blutzuckerspiegel.

Was kann man dagegen tun?

Beobachtet man solche zyklusabhängigen Schwankungen, sollte man unbedingt mit seinem Arzt darüber sprechen. Bei Typ 1 Diabetikerinnen könnte man beispielsweise die Insulinzusammensetzung leicht abändern, um einen stabileren Blutzuckerspiegel zu erreichen. Da jeder Fall verschieden ist, muss man sich in so einem Fall unbedingt von seinem Arzt persönlich beraten lassen.

Für Typ 2 Diabetikerinnen, welche kein Insulin in der Therapie haben, empfiehlt sich Sport als Gegenmaßnahme, um den Blutzucker stabil zu halten. Positiver Nebeneffekt von Sport ist außerdem auch noch die Reduktion von Symptomen des prämenstruellen Syndroms, wie Stimmungsschwankungen, Völlegefühl und Heißhunger.

Eine Studie konnte zeigen, dass es auch einen umgekehrten Zusammenhang gibt. Vor allem junge Frauen, die an Diabetes leiden haben öfters mit Menstruationsbeschwerden zu kämpfen, als sonst gesunde. Vorwiegend treten längere Zyklen mit schwereren und längeren Monatsblutungen auf. Die Studie konnte auch zeigen, dass die Einnahme der Pille schützend vor dem verstärkten Auftreten von Menstruationsbeschwerden bei Diabetikerinnen wirkt.

BJ

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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Kommentare  

 
#2 MeinDiabetes Team 2014-08-02 06:01
Im Details sind die Wirkmechanismen noch nicht erforscht. Was man allerdings sagen kann ist, dass Östrogen die Zellen empfänglicher für Insulin macht. Daher kann der Blutzuckerspieg el sinken wenn der Östrogenspiegel im Blut ansteigt,.
Progesteron macht die Zellen resistenter für Insulin.
Ein hoher Progesteronspie gel kann daher zu einem Blutzuckeransti eg führen...
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#1 ju 2014-08-01 16:01
Was ist der grund fuer die insulinunwirksa mkeit vor der periode? Zu hoher oestrogen oder progesternspieg el?
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