Das Ärgernis mit dem Stoffwechsel

22.8.2012 - Grauenhafte Gelenkschmerzen – so tritt ein akuter Gichtanfall meistens zum ersten Mal in Erscheinung.  Bei der Gicht handelt es sich um eine Harnsäure-Stoffwechselstörung, genauer gesagt eine Purin-Stoffwechselstörung. Purine sind die Bausteine unseres Erbmaterials, also in jeder Zelle enthalten. Auch viele Lebensmittel enthalten hohe Anteile an Purinen, die in unserem Körper zu Harnsäure abgebaut werden. Die Harnsäure wird dann, wie der Name schon erahnen lässt, über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden.

 

Der Stoffwechsel und die Gicht

Häufigste Ursache für einen Anstieg der Harnsäure ist eine Funktionsstörung der Niere. Schafft es die Niere nicht mehr die anfallende Harnsäure auszuscheiden, steigt der Harnsäurespiegel im Blut an, bis sich Harnsäurekristalle bilden, die sich in den Gelenken der Extremitäten ablagern und dort Entzündungen und somit Schmerzen verursachen.

Hoher Zucker – Gift für die Niere

Diabetes kann als Auslöser für eine Nierenfunktionsstörung, die einen Anstieg der Harnsäurespiegel zur Folge haben kann, verantwortlich sein. Durch jahrelangen Überzucker, welcher die kleinsten Blutgefäße der Niere schädigt – Mikroangiopathie genannt – kann es zu diesem Funktionsverlust kommen. Auch eine Ernährung mit besonders purinhaltigen Nahrungsmitteln kann eine Gicht auslösen. Lebensmittel mit besonders hohem Puringehalt sind beispielsweise Forelle, Hering, Grillhähnchen, Leber, Niere, Fleisch, Fleischbrühe, Suppenwürfel und Bäckerhefe. Bei den Getränken liegen Bier und Cola ganz vorne. Man kann erkennen – durchaus Nahrungsmittel die einem österreichischen Lebensstil entsprechen.

Ein erhöhter Harnsäurespiegel ist in der Regel symptomlos, bis es zum ersten Gichtanfall kommt. Fallen Harnsäurekristalle in den Gelenken aus, löst dies eine Entzündung des betroffenen Gelenks hervor. Meist ist als erstes das Großzehengelenk betroffen. Es kommt zu heftigen Schmerzen, Schwellung und Rötung des Gelenks. Oft geht dem ersten Gichtanfall ein Fressgelage mit vielen, purinreichen Lebensmitteln voraus – typisch wären beispielsweise Grillhendl und ein paar Bier bevor es dann aus heiterem Himmel zum Gichtanfall kommt.

Akut die Schmerzen lindern

Der akute Gichtanfall ist gut behandelbar. Mit entzündungshemmenden Medikamenten kann der Anfall durchbrochen und die Schmerzen gelindert werden. Kühlende Umschläge helfen ebenfalls die Entzündung etwas zu dämpfen. Zusätzlich können noch Cortisonpräparate und in schweren Fällen auch Colchizin verabreicht werden. Die Akuttherapie behandelt allerdings nur die Symptome, nicht die Ursache.

Langfristig die Harnsäure senken

Um die Ursache zu behandeln ist es notwendig die Harnsäure im Blut wieder zu senken. Hier können Sie selbst einiges dazu tun, indem Sie etwaiges Übergewicht reduzieren, mindestens 2 Liter Wasser täglich trinken und vor allem Ihre Ernährung umstellen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine Gewichtsreduktion mit einer leicht kalorien- und kohlenhydratreduzierten Diät, aber erhöhtem Gehalt an Protein und ungesättigten Fettsäuren die Harnsäurewerte am effektivsten senken kann. Auf übermäßigen Alkoholkonsum sollte ebenfalls verzichtet werden, da dieser den Harnsäurespiegel ansteigen lässt.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen gibt es noch Medikamente, welche den Harnsäurespiegel senken, indem sie entweder die Ausscheidung über die Niere fördern oder die Harnsäureproduktion hemmen.

BJ

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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