Wenn das Zahnfleisch blutet

06.08.2012 - Vor einigen Jahren konnte ein enger Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontitis aufgezeigt werden. Das Risiko eine Parodontitis zu erleiden ist beim Diabetiker um das Dreifache erhöht.

 

Die Parodontitis - im Volksmund irrtümlicherweise Parodontose genannt - ist eine Entzündung (-itis) des Parodonts. Das Parodont ist unser Zahnhalteapparat, bestehend aus dem Zahnfleisch, dem zahnumgebenden Knochen, der Zahnwurzelhaut und dem wurzelbedeckenden Zement. Lagert sich nun bakterielle Plaque an unseren Zahnflächen an, kann es zu einer Entzündung, einer sogenannten Gingivitis, kommen. Wird diese nicht behandelt und bleibt die Entzündung bestehen, kann die Entzündung auf das Parodont übergreifen und im weit fortgeschrittenen Fall zum Zahnverlustführen.

Zuhause kann eine Parodontitis anhand folgender Symptome festgestellt werden:

  • Zahnfleischrückgang
  • Zähne wandern oder werden locker
  • das Zahnfleisch blutet, ist angeschwollen und schmerzhaft
  • Mundgeruch
  • mögliche Sekret- oder Eiterentleerung aus den Zahnfleischtaschen.

Die Parodontitis ist im Gegensatz zur Gingivitis irreversibel, einmal verlorengegangener Knochen bildet sich nicht nach. Deswegen ist es wichtig, eine Zahnfleischentzündung ernst zu nehmen und behandeln zu lassen. Eine halbjährliche bis jährliche Mundhygiene beim Zahnarzt kombiniert mit einer optimalen Mundpflege zuhause dient der Prävention und Therapie einer Gingivitis und somit auch der Prävention einer Parodontitis.

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Diabetes beschleunigt den Krankheitsverlauf

Eine Parodontitis erreicht beim Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 sowohl einen schnelleren Krankheitsfortschritt, als auch einen schwereren Verlauf. Dies ist allerdings vor allem beim schlecht eingestellten Diabetes mellitus der Fall, wobei es zu tieferen Zahnfleischtaschen und somit zu einem schlechteren Therapieerfolg kommt.

Ebenso konnte ein umgekehrter Effekt dargestellt werden: eine Parodontitis kann durch Steigerung der Insulinresistenz einen Diabetes verschlechtern. Ebenso ist bei Bestehen einer Parodontitis das Risiko an einer diabetischen Begleiterkrankung zu versterben erhöht. Liegt beispielsweise eine schwere Parodontitis bei einem Diabetiker vor, ist das Risiko an einem bereits vorhandenen diabetischen Nierenversagen  zu sterben um das Achtfache erhöht.

Originalartikel 

Weitere auslösende Faktoren an einer Parodontitis zu erkranken sind:

  • Rauchen
  • Stress
  • Übergewicht
  • schlechte Mundhygiene.

Infobroschüre

Therapie

Bei den ersten Anzeichen einer Parodontitis sollte man einen Parodontologen aufsuchen. Dort werden die Sondierungstiefen der Zahnfleischtaschen gemessen und der Schweregrad der Erkrankung ermittelt. Der Parodontologe reinigt in mehreren Sitzungen alle Zahnfleischtaschen mit Handinstrumenten und mit dem Schall. Sind die Taschen sehr stark bakterienbesiedelt, wird zusätzlich ein Antibiotikum verschrieben. Bei bestimmten Fällen ist eine weitere chirurgische Therapie notwendig, um einen therapeutischen Erfolg zu erzielen.

Ist die Erkrankung des Parodonts therapiert und die Entzündung unter Kontrolle, kommt es häufig zu einer Art „Zahnfleischschwund“. Dieser „Zahnfleischschwund“ kommt allerdings nur zustande, da das Zahnfleisch zuvor meist sehr stark angeschwollen war, der Knochen sich allerdings schon zu diesem Zeitpunkt zurück gebildet hat. Ist nun die Entzündung beseitigt, passt sich das gesunde, abgeschwollene Zahnfleisch dem Knochenniveau an. Um den entzündungsfreien Zustand aufrecht zu erhalten, ist eine ständige Kontrolle beim Parodontologen notwendig.

 

BJ/MG

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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