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Diabetes- Krankheit mit vielen Gesichtern

Diabetes, umgangssprachlich auch "Zuckerkrankheit" genannt ist Ausdruck einer ganzen Gruppe von Funktionsstörungen mit sehr unterschiedlichen Formen und Ausprägungen, die aber alle ein gemeinsames Merkmal tragen: den gestörten Kohlenhydrat Stoffwechsel.

Janus

 

Es gibt zahlreiche Unterformen des Diabetes, die wohl bedeutendste Form ist jedoch der sogenannte Diabetes Mellitus (DM). Auch hierbei muss erneut zwischen verschiedenen Formen differenziert werden:

Typ-1-Diabetes:

Diese Form wird auch als „juveniler Diabetes“ bezeichnet, da er häufig im Kinder- oder Teenageralter auftritt (aber nicht immer!). Die so genannten Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren, werden von dem eigenen Immunsystem irrtümlich als defekt oder körperfremd erkannt, zerstört und abgebaut. Der Botenstoff Insulin, der dann nicht mehr ausreichend hergestellt werden kann, ist jedoch enorm wichtig für das Blutzucker-Gleichgewicht im Körper. Die Stoffe des Immunsystems, die uns sonst vor Erkrankungen schützen, in diesem Fall aber Schaden anrichten, können allerdings meist klinisch nachgewiesen werden. Die Ursachen für das Auftreten von Typ-1-Diabetes sind noch größtenteils unklar; obwohl sie Gegenstand vielfältiger Forschung sind, sind die Gründe für diese selbstzerstörerische Wirkung des Immunsystems noch nicht eindeutig bekannt. Die „genetische Penetranz“, also wie häufig Typ-1 bei den Kindern von Erkrankten ausbricht, ist gering und deshalb insgesamt weniger häufig in Mitteleuropa zu finden als der Typ-2 Diabetes.

Typ-2-Diabetes:

Früher wurde der Typ2-Diabetes auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, da er häufig im Erwachsenenalter auftritt! Im Gegensatz zum DM Typ-1 ist hier genügend Insulin vorhanden, um den Blutzucker modulieren zu können. Das Hormon erreicht seine Zielzellen, kann dort seine Wirkung allerdings nur zum Teil (oder gar nicht) entfalten. Diese mangelhafte Funktionalität gleicht die Bauchspeicheldrüse aus, indem sie Unmengen Insulin produziert. Diese Überproduktion kann sie auf Dauer jedoch nicht aufrecht erhalten. Daher sinkt bei längerfristigen Verlauf der Erkrankung die Konzentration dieses Hormons im Blut ab, der Blutzucker „entgleist“. Als eine entscheidende Ursache für Typ-2-Diabetes gilt Übergewicht, da es die Körperzellen Insulin-resistenter macht- das heißt, bei gleichbleibender Insulin-Menge ist die Wirkung dennoch nicht gleich groß, sondern deutlich geringer. Heute ist bekannt, dass der Typ-2 Diabetes auch durch genetische Komponenten ausgelöst werden kann. Unter dem Strich machen diese Faktoren Typ-2-Diabetes zu einer großen Bedrohung der Volksgesundheit, zumal die oft erst im Alter auftretenden Symptome und die schleichende Krankheitsentwicklung dazu führen, dass Erkrankten zu spät und gar nicht diagnostiziert und behandelt werden. 

Typ-3-Diabetes:

Unter diesem Begriff werden eine Vielzahl unterschiedlicher diabetischer Erkrankungen zusammengefasst, die nicht zu Typ-1, Typ-2 oder dem Schwangerschaftsdiabetes (s.u.) passen. Sie werden nach der Ursache unterschieden und eingeteilt:

Diabetes-Formen, die entstanden sind durch

  • ...genetische Defekte der Bauchspeicheldrüse

  • ...des Insulins (oder seiner Zielzellen),

  • ...Erkrankungen die die Bauchspeicheldrüse betreffen,

  • ...gestörte Hormonhaushalte,

  • ...Drogen, Chemikalien, Medikamenteneinfluss

  • ...Infektionen

  • ...Autoimmunerkrankungen

  • ...allgemeine genetische Defekte (die Diabetes oftmals einschließen)

Typ-4-Diabetes:

(„Schwangerschaftsdiabetes“) Diese spezielle Stoffwechselstörung liegt ausschließlich bei schwangeren Frauen vor, meist nur in dem Zeitraum der Schwangerschaft - vor und nach der Geburt stellt sich üblicherweise wieder ein normaler Stoffwechsel ein. Ursache für die Erkrankung ist ein durch die Schwangerschaft gestörter Hormon-, also Botenstoff-Haushalt. Viele für die Schwangerschaft wichtige Hormone, wie zum Beispiel das Cortisol, Östrogen oder Progesteron wirken an vielen Orten im Körper und erfüllen dadurch ganz unterschiedliche, vielfältige Funktionen. Unter ihrem Einfluss wird jedoch die Wirkung des Insulins verringert, es kommt zu einer erhöhten Mengen von Blutzucker im Blutkreislauf der Mutter. Wie beim Typ-2 sind als vorrangige Risikofaktoren Übergewicht und genetische familiäre Vorbelastung zu sehen.

 

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 

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