Vom Verdacht zur handfesten Diagnose

06.08.2012 - Die Diagnose Diabetes hat viele Hürden: Einerseits kommen viele Patienten wegen unspezifischer Probleme zum Hausarzt, wie etwa Müdigkeit oder geringem Appetit. Andererseits wissen viele Erkrankte gar nicht, dass sie krank sind- die Symptome sind womöglich sehr schwach ausgeprägt oder werden irrtümlich anderen Ursachen zugeschrieben.

Diabetes- Diagnose

 

So ist es oft dem „Glück" überlassen, Diabetes auch wirklich festzustellen. Suchen PatientInnen ärztliche Hilfe, gibt es eine Palette von Möglichkeiten, bei Verdacht auf Diabetes eine schnelle und sichere Diagnose zu stellen. Dabei wird heute gänzlich anders verfahren als noch in der Antike- dort war Diabetes mellitus als „honigsüßer Durchfluss" bekannt. Der Name stammt von dem durch den Zucker süßen Geschmack des Urins; die Diagnose wurde anhand einer Geschmacksprobe gesichert.

Heutzutage ist ein Mittel der Wahl die Bestimmmung des so genannten Nüchternblutzuckers (das ist der Blutzuckerspiegel bei nüchternem Magen). Als Faustregel gilt dabei ein an 2 oder mehr Tagen über 126mg/dl (Milligramm Zucker pro Deziliter Blut) erhöhter Nüchternblutzucker. Nimmt man acht Stunden oder weniger vor dem Test Nahrung oder Getränke (außer Wasser) zu sich, erhöht sich der Blutzucker und der Test ist verfälscht.

Ein weiterer Test ist der Glukose-Toleranz-Test (Glukose ist die Form des Zuckers, die im Blut vorliegt, also Traubenzucker). Erkrankte nehmen dabei eine präzise bestimmte Menge Zucker auf, und nach einem bestimmten zeitlichen Abstand (meist zwei Stunden) wird der Blutzucker bestimmt. Werte über 200mg/dl sind ein Zeichen für Diabetes mellitus. Dieser Test findet vor allem bei Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes oder bei unklaren vorherigen Tests Anwendung.

Angelehnt an die Geschichte vom „honigsüßen Durchfluss" gibt es eine Methode der besonders frühzeitigen Erkennung von Diabetes. Dabei wird im Harn (meist der Morgenurin) der Zucker mittels eines Streifens gemessen. Bei Gesunden und bei gut eingestellten Diabetikern sollte keinerlei Zucker im Urin zu finden sein, daher spricht Glukose im Harn für eine Erkrankung an Diabetes mellitus. Dieser Test ist allerdings nicht nur bei DM positiv, sondern auch zum Beispiel bei verschiedenen Nierenerkrankungen.

 

-JK

 

 Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 

 

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