MODY – Eine seltene Diabetesform

22.8.2013 – Für die Entstehung von Diabetes Typ 1 und Typ 2 ist ein komplexes, bis heute noch nicht ganz verstandenes Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, Umwelt und Immunsystem verantwortlich. Es gibt jedoch auch eine Diabetesform bei der ein einzelnes erkranktes Gen der Auslöser ist.

 


Die Abkürzung MODY steht für „Maturity-onset Diabetes of the Young“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Erwachsenendiabetes der bei Jugendlichen auftritt“. Es handelt sich dabei also um das Auftreten eines Diabetes bei Jugendlichen, bei denen allerdings keine Antikörper nachweisbar sind, wie dies bei einem Typ 1 Diabetiker der Fall wäre und bei denen kein Übergewicht vorliegt.

Schleichender Beginn

In der Regel tritt der MODY vor dem 25. Lebensjahr auf und der Beginn ist meist schleichend. Nur rund ein Prozent aller Diabetiker sind von dieser speziellen Form betroffen. Es kommt dabei zu einer sinkenden Insulinproduktion, wobei die Körperzellen normal auf Insulin ansprechen.

Bis heute wurden 11 Unterformen identifiziert, wobei 4 Formen für 90 Prozent der MODY-Fälle verantwortlich sind. Je nach MODY Form ist die Mutation jeweils eines speziellen Gens für die Zuckerstoffwechselstörung verantwortlich.

 Die häufigsten MODY Formen:

 

Kommt der Verdacht auf, dass jemand an einem MODY leidet, kann dies einfach per Genanalyse festgestellt werden. Somit kann die genaue Genmutation festgestellt und die Behandlung angepasst werden. Manche MODY Formen haben beispielweise einen milden Verlauf, sodass die Anwendung von Insulin vermieden werden kann und eine Behandlung mit oralen Antidiabetika ausreicht. 

Vererbung möglich!

Durch die streng genetische Ursache dieser Diabetesform findet eine Vererbung von den Eltern auf ihre Kinder statt. Da der Erbgang autosomal-dominant ist, liegt die Wahrscheinlichkeit den MODY an ein Kind zu vererben bei 50 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass das vererbte MODY-Gen dann auch tatsächlich zu einem Diabetes führt, liegt zwischen 80 bis 90 Prozent.

 

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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