Schwangerschaftsdiabetes: Neun Monate Diabetes

Der Diabetes Mellitus Typ 4 (Schwangerschaftsdiabetes) tritt nur in der weiblichen Bevölkerung und lediglich während der Schwangerschaft auf.

Was dabei passiert, ist leicht erklärt: Während einer Schwangerschaft durchläuft der Körper eine Vielzahl von Veränderungen, die von dem Hormonhaushalt gesteuert werden.

Diabetes in der Schwangerschaft
Hormone wie Cortisol, Östrogen und Progesteron werden vermehrt ins Blut ausgeschüttet. Das an sich wäre kein Problem, würden besagte Botenstoffe nicht dem Insulin, das für die Blutzuckerregulation entscheidend ist, als Gegenspieler gegenüberstehen. Das heißt (zum Beispiel), je mehr Cortisol produziert wird, desto weniger wirksam ist das vorhandene Insulin. Die Bauchspeicheldrüse versucht diesen Zustand natürlich mit erhöhter Insulinproduktion auszugleichen- funktioniert das nicht ausreichend, kommt es zum Vollbild eines Schwangerschaftsdiabetes.

Gefährlich ist das sowohl für Mutter als auch für das Kind. Denn ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann zu Problemen bei der Entwicklung des Mutterkuchens (Plazenta) führen, zu einem gestört schnellen Wachstum des Kindes, zu häufigen Harnwegsinfektionen und Bluthochdruck bei der Mutter und zu vielen anderen Komplikationen.

Ist man am Schwangerschaftsdiabetes erkrankt, empfiehlt sich als Therapie eine sofortige Umstellung der Ernährung; Sport bzw. mäßige, in der Schwangerschaft angebrachte, Bewegung. In manchen Fällen wird auch eine Insulintherapie notwendig. Bei den meisten Erkrankten normalisiert sich der Blutzuckerspiegel nach der Geburt langsam wieder, nur in wenigen Fällen bleibt ein Typ-1 oder Typ-2-Diabetes weiter bestehen.

Wer ist gefährdet, zu erkranken?

Ähnlich wie beim Typ-2-Diabetes sind Übergewicht und genetische Vorbelastungen die wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten des Schwangerschaftsdiabetes. Ebenso gilt als gesichert, dass das Alter der werdenden Mutter eine Rolle spielt. So steigt die Gefahr eines Schwangerschaftsdiabetes statistisch ab einem Alter von 30-35 Jahren empfindlich an.

 -JK

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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