Typ-2-Diabetes: Gefahr auf leisen Sohlen

06.08.2012 - Dieser Typus des Diabetes wurde früher auch harmlos als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Dieser Name ist allerdings vollkommen überholt- denn diese Form, die eng mit Faktoren wie Übergewicht verknüpft ist, ist auch bei den Kindern und Jugendlichen auf dem Vormarsch.

 

Typ 2 Diabetes
Mindestens 8 mal mehr Menschen sind an Typ 2 als an Typ 1 erkrankt; manche Organisationen gehen sogar von 12-14-mal höherer Verbreitung aus, da eine hohe Dunkelziffer angenommen wird.

Was passiert im Körper?

Der Typ 2 Diabetes beginnt mit einer "zu schwachen körperlichen Reaktion" auf das vorhandene Insulin. Einfach dargestellt, wird genug Hormon (Insulin) produziert, die Körperzellen reagieren jedoch zu schwach oder gar nicht darauf. Um diese verminderte Reaktion auszugleichen, produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin (Massenproduktion) - bildlich gesprochen kann man sich die Anfänge dieser Erkrankung wie ein Wasserrad vorstellen, dessen Schaufeln große Löcher haben. Um das Rad anzutreiben, braucht man eben viel mehr Wasser, als nötig wäre, wenn das Rad intakt wäre. Diese Vorstufe des Diabetes nennt man Prädiabetes oder Insulinresistenz.

Mit dieser Insulin-Massenproduktion lässt sich die Unempfindlichkeit der Körperzellen ausgleichen- aber nicht langfristig. Denn während die Unempfindlichkeit größer werden kann, wird die Bauchspeicheldrüse das Leistungsniveau nicht ein Leben lang halten können. In beiden Fällen kommt es zur symptomatischen Ausprägung von Diabetes.

Wie sehen die Symptome bei Diabetes Typ 2 aus?

Anfänglich kommt es nur in seltenen Fällen zu erhöhtem Durstgefühl und Harndrang, die häufigsten Anzeichen sind Erschöpfung, Müdigkeit und Sehstörungen. Da die Symptome denkbar unspezifisch sind, wird Typ 2 Diabetes häufig erst sehr spät diagnostiziert (wenn überhaupt). Erst im fortgeschrittenen Stadium treten, erhöhte Infektionsgefahr, Durst und Harndrang auf.

Was ist schuld am Typ 2 Diabetes?

Zum einen gibt es eine gewisse genetische Komponente: Insulin-Resistenz ist ein Merkmal, das vererbt werden kann. Ist ein Elternteil erkrankt, so haben auch die Kinder eine 20-50% Wahrscheinlichkeit diese Erkrankung auszubilden; sind beide Elternteile erkrankt, steigt die Wahrscheinlichkeit weiter. Zum tatsächlichen Ausbruch der Krankheit kommt es allerdings weitgehend durch die Lebensumstände: die größte Gefahr geht hierbei vom Übergewicht und von Bewegungsmangel aus. Daher sind die zwei obersten Gebote bei der Therapie die Gewichtsreduktion und der Sport.

Neben medikamentösen existieren auch operative Therapieformen, die allerdings allenfalls ergänzend bzw. in akuten Extremfällen eingesetzt werden. Für ein langes und gesundes Leben ist vor allem eins entscheidend: Die Bereitschaft zu einer (meist) radikalen Lifestyle-Änderung in Bezug auf Ernährung und Bewegung.

 

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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