Diabetes mellitus und Nahrungsergänzungs- mittel

02.04.2013 - Beim Kongress für Ernährungsmedizin 2012 in München wurde das Thema Supplemente bei Diabetes Typ 2  aufgegriffen. Dr. Thomas Skurk und Dr. Ljiljana Hastreiter präsentierten ausgewählte Studienergebnisse.

 

Die Rolle von den Mikronährstoffen Chrom und Zink

In Studien konnte gezeigt werden, das Chrom III eine Funktion im Stoffwechsel der Kohlenhydrate ausübt. Chrom stimuliert die Aktivierung von Glucosetransporten, somit hat die Zelle eine größere Fähigkeit Glucose (Traubenzucker aus dem Blut) aufzunehmen. Dieses konnte zwar im Tierversuch, aber nicht einheitlich bei klinischen Studien bestätigt werden. Zusätzlich ist auch die toxikologische Wirkung von Chrom III noch nicht vollständig geklärt. Daher ist von  einer Zufuhr, die über den Werten, die von der DGE empfohlen werden, liegt, für therapeutische Zwecke abzuraten. 

 

Ein weiteres Spurenelement, das Zink, spielt ebenfalls im Kohlenhydratstoffwechsel eine Rolle. Die Studienlage präsentiert sich hier leider ähnlich wie bei Chrom, es gibt noch keine übereinstimmenden Ergebnisse. Eine Studie, die sich mit den unterschiedlichen Genotypen von Menschen beschäftigt, zeigt dass bestimmte Genotypen veränderte Zinktransporter aufweisen.  Es finden sich bei diesen Personen niedrigere Zinkspiegel und gleichzeitig höhere Nüchternblutzuckerwerte. Sehr vorsichtig ausgedrückt könnte Zink als Vorbeugung bei bestimmten Personen ein Mittel sein. 

 

Zucker und Zimt?

Eine Blutzuckersenkung durch Zimtpäparate versprechen einige Nahrungsergänzungsmittelhersteller. Tatsächlich aber kann in keiner Studie ein zucker- oder auch fettsenkender Effekt

bestätigt werden. Vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung werden wiederholt Bedenken wegen des hohen Gehaltes an Cumarin in Cassiazimt geäußert. Dieser sekundäre Pflanzenstoff kann Leberschäden hervorrufen. 

 

Die asiatische Heilpflanze Bittermelone, eine Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse soll ebenfalls Blutzucker senkende Wirkung besitzen, konnte aber ebenfalls nicht  durch Studien bestätigt werden. Auch die Nebenwirkungen dieser Pflanze sind nicht ausreichend bekannt. 

 

Fazit: Die Referenten waren sich einig, dass eine vernünftige, ausgewogene Ernährung weit mehr bei Prävention bzw. Therapie von Diabetes Typ 2 erzielt, als einzelne Substanzen, die im Überschuss zugeführt werden. 

 

Kaffee und Diabetes mellitus Typ2? 

Ein Bericht der UMIT- The Health and Life Sciences University Hall/Tyrol wiederrum berichtet über die protective Wirkung von Kaffee. Kaffee, auch entkoffeiniert, zeigt eine verbesserte Glucosetoleranz bei Patienten mit Typ 2 Diabetes und sogar einen positiven Effekt auf HbA1c-Werte. 

Die EPIC-Studie Deutschland zeigt, dass der moderate Konsum von Kaffee das Risiko für Diabetes Typ2 senkt. Vermutlich sind im Kaffee enthaltene Flavonoide und/oder die gemeinsame Wirkung mit Koffein für diesen Einfluss zuständig.

Weitere Informationen zum Thema Diabetes und Kaffee finden sie hier!

SE

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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