Kohlenhydrate – Energielieferant unseres Körpers

29.11.2012 - Kohlenhydrate gehören zu den Hauptnährstoffen unserer Nahrung. Sie sind der wichtigste Energielieferant. Zucker, Stärke, aber auch unverdauliche Pflanzenbestandteile wie Zellulose gehören dazu.

 

Spätestens seit populären Low-Carb Diäten, wie der Atkins oder der South Beach Diät, glauben viele Menschen Kohlenhydrate wären schlecht und würden uns dick machen. Diese Meinung ist eine gefährliche Vereinfachung dieser komplexen Nährstoffgruppe und etwa auf einer Ebene mit der Ansicht vieler, Fett sei böse. Um diesen Irrtum näher zu beleuchten, müssen wir kurz erläutern wie Kohlenhydrate aufgebaut sind. Bei der Gruppe der Kohlenhydrate handelt es sich um Nährstoffe, welche wie ein Baukastenprinzip aufgebaut sind.

MONOSACCHARIDE – früher Einfachzucker genannt - stellen die kleinsten Bausteine dar. Es handelt sich um einzelne Zuckermoleküle. Glukose, Mannose, Fruktose oder auch Ribose gehören zu diesen kleinsten Kohlenhydraten.

DISACCHARIDE – früher Zweifachzucker – bestehen aus zwei Einfachzuckern. Saccharose –auch unter dem Namen Rohr- oder Rübenzucker bekannt – beispielsweise besteht aus Glukose und Fruktose. Ein weiteres, gut bekanntes Disaccharid ist Laktose. Laktose besteht aus den zwei Molekülen Galaktose und Glukose. Viele Menschen kennen diesen Zucker aus der Milch gut – weil sie ihn nicht verdauen können. Die Spaltung von Disaccharid zu Monosaccharid funktioniert dann nicht mehr und führt zu unangenehmen Symptomen.

POLYSACCHARIDE – auch Mehrfachzucker genannt – sind Zucker, welche aus einer großen Anzahl von Monosacchariden aufgebaut sein. Zu dieser Gruppe gehört Stärke und auch Glykogen.

Unser Verdauungssystem behandelt alle verdaulichen Kohlenhydrate nach demselben Prinzip: es bricht die Bindungen auf und zerlegt selbst die komplexesten Kohlenhydrate in ihre einzelnen Monosaccharide, welche dann über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen werden. Ballaststoffe, welche meist auch Kohlenhydrate sind, stellen eine Ausnahme dar. Sie sind so komplex zusammengebaut, dass unser Körper sie nicht verdauen kann. Nichtsdestotrotz erfüllen sie einige wichtige Funktionen für unseren Körper. Besonders Diabetiker sollten sich ballaststoffreich ernähren, da Ballaststoffe unter anderem dafür sorgen, dass der Blutzucker nach dem Essen langsamer ansteigt.

Von einfachen und komplexen Kohlenhydraten

Die Kohlenhydrate in unserer Nahrung in einfache und komplexe Kohlenhydrate einzuteilen war lange Zeit modern, ist aber zu kurz gegriffen. Diese Einteilung macht vielleicht für die Lebensmittelchemie Sinn, hat aber keine Aussage darüber wie unser Körper das jeweilige Kohlenhydrat verarbeitet. Stärke beispielsweise wäre chemisch gesehen ein komplexes Kohlenhydrat, isst man aber Weißgebäck, welches viel Stärke enthält, zerlegt unser Verdauungsapparat diese sehr schnell in Zucker.

Hier schafft das System des Glykämischen Index eine bessere Aussage. Der Glykämische Index wird danach festgelegt, wie schnell und wie hoch ein jeweiliges Kohlenhydrat unseren Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Weißbrot hat beispielsweise einen hohen Glykämischen Index und sorgt somit für einen schnellen und hohen Blutzuckerspiegelanstieg. Bei einem Wert von über 70 spricht man von einem hohen Glykämischen Index. Ein Wert unter 55 entspricht einem niedrigen Glykämischen Index. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man in keiner Diät auf Kohlenhydrate verzichten sollte. Stattdessen sollte man „gute Kohlenhydrate“, also solche mit niedrigem Glykämischen Index, auf den Speiseplan bringen. Starten Sie ihren Tag mit Vollkornflocken. Achten Sie dabei auf den Zuckergehalt. Viele vermeintlich gesunde Frühstücksflocken enthalten so viel Zucker, wie traditionelle Wiener Süßspeisen und sind somit nicht für den Start in den Tag geeignet. Versuchen Sie Weißbrot durch Vollkorngebäck zu ersetzen und probieren Sie doch mal Vollkornpasta.

 

BJ

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