Diabetes und Krebs - besteht ein Zusammenhang?

11.12.2012 - Dass die Zuckerkrankheit keine harmlose Erkrankung ist, dürfte mittlerweile gut bekannt sein. Neben den seit langem bekannten Spätfolgen, wie Herzinfarkt, erhöhte Infektanfälligkeit oder Nierenversagen, kommt nun eine weitere Hiobsbotschaft hinzu: Typ-2-Diabetiker haben ein erhöhtes Krebsrisiko.

 

Ob für beide Erkrankungen die selben Risikofaktoren zur Krankheitsentstehung führen oder ob die Zuckerkrankheit selbst mitverantwortlich für die Entstehung von Tumoren ist, ist noch nicht geklärt. Fakt ist, dass beide Erkrankungen tatsächlich viele Risikofaktoren gemeinsam haben.

Vermutungen, dass es unter Diabetikern häufiger zur Entstehung von Tumoren kommt gab es schon länger. Studien, die einen solchen Trend zeigten waren jedoch häufig zu klein, um dies auch wirklich bestätigen zu können. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen führte Kari Hemminiki gemeinsam mit Kollegen die bis heute größte Studie mit über 125.000 Diabetikern durch. Die Größe der Studie erlaubte es erstmals einen verlässlichen Zusammenhang über Diabetes und Krebserkrankungen zu erbringen. Untersucht wurden schwedische Bürger, die aufgrund einer diabetesbedingten Beschwerde  das Krankenhaus aufgesucht hatten. Die Daten über Krebserkrankungen holte man sich aus dem schwedischen Krebsregister.

Erhöhtes Risiko für 23 Krebsarten

Das erschreckende Ergebnis: Diabetiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko für insgesamt 23 Krebsarten. Die höchste Risikosteigerung fand man für Bauchspeicheldrüsenkrebs mit einem 6-fach erhöhten Risiko, gefolgt von Leberkrebs mit einem 4,25-fach erhöhten Risiko. Unter den Krebsarten, die doppelt so häufig auftraten wie in der Normalbevölkerung, finden sich beispielsweise Lungen-, Dickdarm- und Nierenkrebs. Einzig das Risiko an Prostatakrebs oder einem Melanom zu erkranken war unter Typ-2-Diabetikern jedoch geringer. Eine Erklärung dafür konnten auch die Studienautoren nicht finden. Eine Vermutung von Hemminik für das niedrigere Auftreten von Prostatakarzinomen ist der niedrigere Spiegel an männlichen Geschlechtshormonen bei Diabetikern.

Diese Ergebnisse klingen dramatisch. Als Diabetiker kann man jetzt aber dennoch gelassen bleiben. Lebertumore treten beispielsweise bei 5 von 100.000 Menschen in Westeuropa auf. Das Risiko  für einen von 600.000 Diabetikern in Österreich daran zu erkranken ist zwar erhöht, aber insgesamt immer noch niedrig.

Zusammenfassend sollte man Diabetikern empfehlen Krebsvorsorge – wo diese möglich ist – wahrzunehmen. Ein gutes Beispiel wäre die Darmkrebsvorsorge. Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung unter Männern und die zweithäufigste unter Frauen in Österreich. Darmkrebs entsteht über Jahre und kann mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen früh erkannt und zu diesem Zeitpunkt sehr gut therapiert werden.

Originalarbeit

 

BJ

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