Das Zuckergedächtnis unseres Körpers

4.9.2012 - Der Blutzuckerwert verrät uns exakt wie viel Zucker momentan im Blut gelöst ist. Der Nachteil dieses Messwertes: er unterliegt starken Schwankungen. Hier hilft der sogenannte HbA1c-Wert weiter – er stellt das Langzeitgedächtnis des Blutzuckerwertes dar.

 

Was ist HbA1c und wie entsteht es?

In einem Satz: HbA1c ist der Anteil an Hämoglobin – das ist der rote Blutfarbstoff – der eine chemische Verbindung mit einem Zuckermolekül eingegangen ist.

Den Anteil des mit Zucker verbundenen Hämoglobins am gesamten Hämoglobin kann man messen und dadurch Rückschlüsse auf die mittleren Blutzuckerwerte der letzten 8 Wochen ziehen.

Im Detail: Hämoglobin ist der Blutfarbstoff der unsere Blutkörperchen – Erythrozyten – rot färbt und für den Sauerstofftransport von der Lunge zu den Körperzellen zuständig ist. Idealerweise reagiert dieses Molekül ausschließlich mit Gas – nämlich mit Sauerstoff und Kohlendioxid.

Zucker ist aber auch ein durchaus aktives Molekül, welches gerne mit anderen Molekülen reagiert. Je höher der Gehalt von Zuckermolekülen im Blut, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, das Zuckermoleküle mit anderen Molekülen reagieren. Die Reaktion die dabei zwischen Hämoglobin und Zucker stattfindet nennt man Glykosylierung. Ein glykosyliertes Hämoglobin – abgekürzt mit Hb - wird als HbA1c bezeichnet. Der HbA1c-Wert hängt direkt mit dem mittleren Blutzuckerwert zusammen. Ein HbA1c von 5 Prozent entspricht beispielsweise einem mittleren Blutzuckerspiegel von 80 mg/dl, ein HbA1c von 6,5 Prozent entspricht 130 mg/dl Blutzucker und Werte über 9 Prozent sogar einem mittleren Blutzuckerwert von über 200 mg/gl Blutzucker. Ein Wert, der von schlecht eingestellten Diabetikern durchaus erreicht werden kann.

HbA1c kommt auch bei Nicht-Diabetikern vor, nämlich zwischen 4 – 6 Prozent. Liegt der HbA1c über 6,5 Prozent legt dies den Verdacht eines Diabetes nahe. Doch Vorsicht, ist der HbA1c in der Norm schließt dies einen Diabetes nicht aus! Dieser Wert ist also für die Diagnostik nur bedingt verwendbar. Seit 2010 wird die Bestimmung des HbA1c zur Diabetesdiagnostik von der Amerikanischen Diabetesgesellschaft allerdings empfohlen. Der wesentliche Nutzen des HbA1c-Wertes liegt jedoch in der Therapiekontrolle eines Diabetes. Der HbA1c sollte durch eine gut eingestellte Therapie unter 6,5 Prozent liegen, um Spätfolgen des Diabetes möglichst zu vermeiden.

Weiterlesen

BJ

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Teile diesen Artikel

Submit to Facebook Submit to Google Bookmarks Submit to Twitter

Kommentare  

 
#2 MeinDiabetes 2012-10-03 09:24
Hallo Hr. Popitsch!

Ein zu tiefer HBA1c weist generell auf eine noch nicht ideale Insulintherapie mit Blutzuckertäler hin.
Gerade zu Beginn einer Insulintherapie muss der behandelnde Arzt in Zusammenarbeit mit dem Patient die Balance der Therapie finden. Wir können hier keine individuellen Therapievorschl äge geben, ich rate daher Ihre Situation mit Ihren behandelnden Arzt zu besprechen. Ich bin mir sicher, die Lösung kann schnell gefunden werden!

Ihr MeinDiabetes Team
Zitieren
 
 
#1 Michael Popitsch 2012-09-29 12:55
Guten Tag,

bei mir wurde vor 4 Jahren Typ2-Diabetes festgestellt und seit Jänner 2011 spritzte ich Basis-Insulin (14E-0-14E) welches heuer abgesetzt wurde bzw. spritze ich Bolus-Insulin (1E/BE). Mein letzter HBA1c war 4,6 (August 2012). Welche Möglichkeiten bestehen, diesen Wert zu erhöhen ( er sollte lt. Diab.-Ambulanz zw. 5,5 - 6,5 sein) bzw. falle ich immer noch unter "Typ2-Diabetike r". Ich habe seit Sept. 2011 ~30kg abgenommen (dzt. 107kg bei 190cm).

Vielen Dank im Voraus für eventuelle Antworten.

MfG Michael Popitsch
Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Tags