Der erste Tag mit Diabetes – Die wichtigsten Fragen

10.9.2013 – Jedem Arzt fällt es schwer, seinem Patienten oder dessen Angehörigen eine ernste Diagnose mitteilen zu müssen. In dieser ersten Schrecksekunde wird es oft unmöglich, klare Gedanken zu fassen und dem Arzt die Fragen zu stellen, wie es nun weitergehen wird.

 

 

Obwohl die Zuckerkrankheit dank immer besserer Therapien mittlerweile seinen größten Schrecken verloren hat und ein fast völlig normales Leben ermöglicht, sitzt der Schock bei der Überbringung der Diagnose meist tief.  Was ist nur geschehen? Warum mein Kind? Wie werden wir damit umgehen? Wie sieht die Zukunft aus? Und – was bedeutet diese Erkrankung eigentlich?

Erst langsam kommen derartige Fragen in den Betroffenen hoch. Meist ist man dann schon wieder lange aus dem Arztzimmer heraus und was einem der Arzt vor wenigen Minuten dazu erklärt hat, ist zur Hälfte auch schon wieder vergessen.

Wie verhalten sich die Anderen?

Zuhause wird man wahrscheinlich ernste Gesichter machen. Die meisten Menschen wissen ein wenig über den Diabetes bescheid, aber dann doch nicht wirklich viel. Tabletten, Diät, Insulin, wie wird die Therapie konkret aussehen? Lassen Sie sich jedenfalls nicht verrück machen! Sie werden die Sache in die Hand nehmen und schon nach kurzer Zeit über ausreichendes Wissen verfügen, um der Zuckerkrankheit ihren Schrecken zu nehmen! Um Diabetes-Fit zu werden, gibt es geeignete Schulungen sowohl für Typ I Diabetiker als auch für Typ II Diabetiker.

Geht der Diabetes wieder weg?

Der Diabetes an dem die meisten Kinder erkranken, nämlich Typ I Diabetes, ist etwas Chronisches. Die Krankheit ist sehr gut behandelbar, aber eben noch nicht heilbar. Obwohl es einige vielversprechende Forschungsansätze gibt, dauert es vermutlich noch Jahrzehnte, bis eine Heilung des Diabetes Typ I möglich sein wird.

Wie wird mein Kind mit der Diagnose umgehen?

Je nachdem wie alt das betroffene Kind ist, versteht es die Konsequenzen einer chronischen Erkrankung mehr oder weniger gut. Bis zum 6. Lebensjahr neigen Kinder zu magischem Denken. Sie verstehen Krankheiten und deren Therapie am ehesten als „Bestrafung“. Hier ist es wichtig, kindergerechte Aufklärung zu betreiben, wobei die Gegenwart im Vordergrund stehen sollte. Ab dem Schulalter können Kinder bereits logisch Denken, bleiben dabei aber sehr konkret. Hier sollte die Aufklärung und Mitarbeit betroffener Kinder gefördert werden. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Krankheitseinsicht schon sehr ähnlich wie bei Erwachsenen. Hier ist es wichtig, Jugendliche nicht zu unterschätzen. Sie sollten jedenfalls in Therapieplanung und Entscheidungen mit einbezogen werden.

Was ist die Ursache für den Diabetes Typ I?

Obwohl man heute weiß, dass es sich beim Typ I Diabetes um eine Autoimmunerkrankung handelt, ist die genaue Ursache für den Ausbruch der Erkrankung bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Lassen Sie sich von wilden Theorien in gewissen Internetforen nicht verrückt machen. Für Sie ist wichtig zu wissen, dass Sie nichts hätten tun können um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Sie haben absolut nichts falsch gemacht! 

Wie ändert sich das Leben nach der Diagnose?

Die gute Nachricht: im Wesentlichen kann ihr Kind alles machen wie bisher. Es kann normal zur Schule gehen, am Sportunterricht teilnehmen, Fußballspielen und auch den meisten anderen Hobbys weiter nachgehen. Was sich ändern wird, ist die Planung rundherum. Um einen möglichst konstanten Blutzuckerspiegel zu erreichen, müssen Sie die Behandlungsregeln so genau wie möglich einhalten. Dies wird nicht immer einfach sein. Häufige Blutzuckerkontrollen, Insulininjektionen und die Planung der Mahlzeiten müssen gemeistert werden. Mit der Zeit werden diese Tätigkeiten immer leichter fallen und das Leben ihres Kindes nur geringfügig beeinträchtigen.

Wie mit der Diagnose in der Öffentlichkeit umgehen?

Den Diabetes zu verbergen wird wenig Sinn und Erfolg haben. Eine Krankheit ist immerhin keine Schwäche und chronische Krankheiten bei Jugendlichen sind nicht so selten wie vielleicht angenommen. Jedes zehnte Kind in der westlichen Welt leidet an einer chronischen Erkrankung. Gerade bei Diabetikern ist es gut, wenn Menschen, mit denen sie zusammenkommen, wissen, dass sie Diabetes haben. So kann es beispielsweise bei Auftreten von Unter- oder Überzucker nützlich sein, da die Symptome schneller erkannt werden und rasch darauf reagiert werden kann.

Wie sieht die Zukunft aus?

Sogenannte Begleit- und Folgeerkrankungen sind bei Diabetikern immer ein Thema. Besonderes Risiko besteht vor allem für Augen und Nieren. Wer jedoch penibel auf seinen Blutzucker achtet und regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nimmt, kann das Risiko einer solchen Folgeerkrankung stark reduzieren.

Außerdem können junge Typ I Diabetiker hoffen, dass sich in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten neue Therapiemöglichkeiten eröffnen werden, welche zumindest die Lebensqualität noch weiter verbessern, wenn nicht sogar eine Heilung des Typ I Diabetes ermöglichen.

BJ

 

 

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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