Stillen mit Diabetes?

15.8.2013 – Stillen hat viele Vorteile für Mutter und Kind. Es ist gesünder, billiger und fördert die Entwicklung des Kindes besser als Flaschennahrung. Doch darf man als Diabetikerin stillen?

 

Die Antwort ist ja. Für das Kind besteht durch den Diabetes der Mutter kein Risiko, da die Qualität der Muttermilch nicht beeinflusst wird. Ein etwas zu hoher Zuckergehalt der Muttermilch ist für die Kleinen gar kein Problem. Ein Unterzucker sollte allerdings vermieden werden. Über die allgemeine gesundheitsfördernde Wirkung der Muttermilch gibt es unzählige Studien. Die extrem komplexe Zusammensetzung kann durch Flaschennahrung nicht annähernd nachgeahmt werden. Studienergebnisse deuten sogar darauf hin, dass gestillte Babys später ein niedrigeres Risiko haben übergewichtig zu werden und als Erwachsene einen höheren Intelligenzquotienten erreichen als nicht gestillter Nachwuchs.

Doch nicht nur das Kind profitiert. Eine neuere Studie konnte zeigen, dass Stillen nach einem Gestationsdiabetes das Risiko der jungen Mutter senkt einen späteren Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Stillen zählt für betroffene Frauen demnach zu den Präventionsmaßnahmen nach einem Schwangerschaftsdiabetes. In einer Studie des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz  Zentrum in München hat man diesen Effekt genau untersucht. Das Ergebnis dieser Studie, die über 19 Jahre gelaufen ist, zeigt, dass Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes erkrankten, alleine durch das Stillen ihr Risiko für die Entwicklung eines späteren Typ 2 Diabetes um 40 Prozent senken konnten. Eine Erklärung für diesen Effekt könnte die Beeinflussung des Hormon- und Stoffwechselhaushalts durch das Stillen sein, erklärt die Studienautorin Professor Anette-Gabriele Ziegler in einem Interview.

Um mit einem Diabetes möglichst gut durch die Schwangerschaft und Stillperiode zu kommen, sind Vorbereitungskurse sehr zu empfehlen. In Wien bieten sich beispielsweise Kurse von Prof. Dr. Kinga Howorka sehr an.

Stillstudie 

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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