Anzahl von Typ 1 Diabetikern nimmt zu

13.6.2013 – Ein Großteil des starken Anstiegs an Diabetikern wird dem Übergewicht und Bewegungsmangel, mit der die jungen Generationen zu kämpfen haben, angerechnet. Dass dies nur die halbe Wahrheit ist, zeigt eine aktuelle Studie.

 

Obwohl der überwiegende Teil der neu entstehenden Diabetesfälle den Typ-2-Diabetes betrifft und dessen Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel ein aktuelles Hauptproblem unserer Wohlstandsgesellschaft darstellen, hatte man für die Zahl an neuen Typ-1-Diabetikern in Zukunft mit keinem besonderen Anstieg gerechnet. Ein ganz anderes Ergebnis liefert nun eine Studie von der Universität Belfast unter der Leitung von Professor Chris Patterson, publiziert im renommierten Journal „The Lancet“.

Studie lief über 15 Jahre

Für die Publikation wurden die Daten von über 29.000 Kindern, welche im Zeitraum 1989 bis 2003 vor ihrem 15. Lebensjahr an Diabetes erkrankten gesammelt. Um diese große Fallzahl zu erreichen, sammelte man Daten aus 17 EU Ländern. Nach der statistischen Auswertung der riesigen Datenmenge konnte man den Anstieg an Neuerkrankungen ermitteln. Außerdem berechnete man mit den Daten anschließend eine Vorhersage bis in das Jahr 2020. Das verblüffende Ergebnis: Die Zahl der Typ 1 Neuerkrankungen stieg im Beobachtungszeitraum im Durchschnitt um 3,9 Prozent pro Jahr, wobei die Gruppe der 0 bis 4 Jährigen mit 5,4 Prozent den stärksten Anstieg verzeichnete. Ein vorsichtiger Blick in die Zukunft liefert keinen allzu erfreuliche Prognose. Die Vorausberechnung für das Jahr 2020 anhand der ermittelten Daten sagt 160.000 Typ-1-Diabetiker voraus, im Jahr 2005 waren es noch 94.000.

Ursachensuche schwierig

Über die Ursachen dieses schleichenden Anstiegs rätseln Wissenschaftler nach wie vor. Das es sich bei Diabetes Typ 1 um eine komplexe Erkrankungsentstehung handeln dürfte, können momentan nur Vermutungen angestellt werden. Von einem Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl an Kaiserschnitten über die Änderung der Säuglingsnahrung gibt es viele Theorien, jedoch keine Beweise.

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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