Neu entdecktes Hormon bringt Hoffnung für Diabetestherapie

3.5.2013 – Dem Forscherteam um den renommierten Stammzellexperten Douglas Melton  ist eine womöglich bahnbrechende Entdeckung gelungen. Der Wissenschaftler holt in einem Interview zu seiner Arbeit gedanklich etwa aus und sieht sogar schon eine mögliche Heilung von Diabetes am Horizont.

 

 Copyright B. D. Colen/Harvard Staff

Sehr gute Nachrichten für alle Diabetiker kommen diese Woche aus Boston, genauer gesagt vom Harvard Stem Cell Institute. Dort ist es dem Team unter der Leitung von Dr. Douglas Melton gelungen, ein Hormon zu identifizieren, welches die Produktion von Betazellen ankurbelt. Genannt wurde das neue Hormon Betatrophin.

Obwohl es in vergangener Zeit schon ähnlich hoffnungsvolle Entdeckungen gab, die dann fast allesamt die Erwartungen nicht erfüllen konnten, ist Dr. Melton diesmal optimistischer.  Das besondere an Betatrophin sei, dass seine einzige bis jetzt entdeckte Funktion die Stimulation der Beta-Zell-Vermehrung ist, wie er in einem Interview erzählt.

Die publizierte Arbeit wurde zwar an Labormäusen durchgeführt, die Ergebnisse könne man laut Dr. Melton jedoch auch auf den Menschen übertragen, da alle Säugetiere über das Gen für die Produktion von Betatrophin verfügen. Nichts desto trotz sind erste Versuche mit dem neu entdeckten Hormon am Menschen noch einige Jahre entfernt.

Therapeutische Anwendung vorstellbar

Laut Dr. Douglas Melton könnte es beispielsweise möglich sein, das Hormon monatlich oder eventuell sogar nur jährlich injiziert zu bekommen und dadurch  wieder ausreichend Betazellen zur Verfügung zu haben, um selbst genug Insulin zu produzieren.

Trotz all der anfänglichen Euphorie muss man nun erst auf weitere Studienergebnisse zu dem neuen Hormon warten. Weitere Fragestellungen für Folgestudien gibt es bereits. Als Erstes will man herausfinden an welchem Rezeptor Betatrophin wirkt und wie die Signale in den Zellen weiterlaufen. Als zweites Ziel will man Betatrophin in großen Mengen herstellen, um damit Versuche an Labrotieren und in weiterer Folge auch am Menschen durchzuführen. Drittens wird man das künstlich hergestellte Hormon an Laborratten, welche an Diabetes Typ 2 leiden, testen.

Biotech-Branche erkennt Potential

Offensichtlich dürfte die Entdeckung auch für die Wirtschaft große Hoffnung geweckt haben, da das Hormon bereits von Jannsen Pharmaceuticals und der deutschen Biotech-Firma Evotec lizensiert wurde, wo bereits 15 Wissenschaftler an dem neuen Hoffnungsträger arbeiten. Dies ist mit Sicherheit als gutes Zeichen für die Entwicklung einer zukünftigen Therapie zu deuten.

 

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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