Die Darmflora beeinflusst den Stoffwechsel

20.6.2013 – Laut Schätzungen besiedeln zwischen 10 bis 100 Billionen Bakterien den Darm. Diese Zahl ist insoweit interessant, als dass der gesamte Mensch auch aus etwa 100 Billionen Zellen besteht.

 

Diese unglaubliche Zahl an Bakterien teilt sich auf schätzungsweise mehr als 1.000 verschiedene Bakterienarten auf. Gut die Hälfte dieser Mikroorganismen lassen sich interessanterweise nicht außerhalb des Körpers kultivieren. Ein wahres Bakterien-Universum, das wir also in unserem Darm mit uns herumtragen. Trotz der enormen Anzahl machen die Darmbakterien nur einige wenige hundert Gramm unseres Gewichts aus. Der Großteil der Darmflora hat es sich übrigens im Dickdarm gemütlich gemacht, wohingegen der Dünndarm eher dünn besiedelt ist.

Gegenseitiger Nutzen

Wie wir mittlerweile wissen, profitiert der Mensch von seiner Darmflora. Beispielsweise moduliert diese das Immunsystem und hilft bei der Abwehr von Krankheitserregern im Darm. Des Weiteren helfen uns die Mikroorganismen bei der Verdauung und produzieren Vitamine für uns.

Darmflora - Typen

Eine aktuelle Studie konnte weitere Erkenntnisse über unsere Darmkeime ans Licht bringen. Es gibt drei unterschiedliche Typen von Zusammensetzungen unserer Darmflora, in die sich alle Menschen einteilen lassen. Laut Professor Dr.Kolb von der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf, neigt einer dieser Darmflora-Typen besonders zur Ausbildung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes ihrer Träger.

Darmflora modulieren

Diese Theorie wird unter anderem von einer Studie unterstützt, welche von Dr. Schloot vom Deutschen Diabeteszentrum in Düsseldorf auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Leipzig vorgestellt wurde. Für die Studie wurden 18 Männer mit Übergewicht, hohen Blutfetten und Blutzucker in zwei Gruppen eingeteilt. Nach einer Darmreinigung bekam die eine Gruppe ihre eigene Darmflora transplantiert und die andere Gruppe die Darmflora von gesunden, schlanken Menschen. Erstaunlicherweise verbesserte sich bei den Probanden, welche die Darmflora von schlanken Spendern erhalten hatten, die Blutfettwerte sowie die Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin. Der Effekt hielt zwölf Wochen an.

Klinische Anwendung erfolgreich

Tatsächlich ist die Methode der sogenannten Stuhltransplantation nicht neu und konnte bei anderen Krankheitsbildern, wie etwa schweren Darminfektionen,  bereits erfolgversprechende Ergebnisse liefern. Die Medizin ist sehr daran interessiert, diese Methode salonfähig zu machen, da sie effektiv, billig und sicher zu sein scheint. Ohne Zweifel muss noch an den Rahmenbedingungen einer solchen Therapie gearbeitet werden, um die Akzeptanz unter den Patienten zu erhöhen. Gelingt dies, könnte die Methode auch zur Prävention von Diabetes eingesetzt werden.

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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