Diabeteswelle überrollt auch Afrika

12.9.2013 – Die „Wohlstandskrankheit“ Diabetes war bislang fast ausschließlich ein großes Problem der sogenannten westlichen Welt. Die Diabeteswelle, die aktuell auch auf Afrika zurollt, trifft den Kontinent somit völlig unvorbereitet.

 

Foto © George Ezeani / Diabetes Care - West Afrika e.V.

 

Während in unserer Gesellschaft der Schlankheitswahn auszubrechen scheint, gilt in den meisten Ländern Afrikas die Regel: Wer dick ist, ist gesund und hat Geld.

Die Verfügbarkeit „westlicher“ Lebensmittel in Entwicklungsländern tut ihr übriges. Afrika wird immer dicker. Das Ergebnis dieser Entwicklung trifft die Afrikaner völlig unvorbereitet. Über Diabetes weiß man kaum bescheid. Oft treten bereits Folgeerkrankungen auf, ohne dass noch die Diagnose Zuckerkrankheit gestellt wurde, wie eine afrikanische Krankenschwester erzählt. Im Durchschnitt dauert es sieben Jahre bis die Diagnose Diabetes gestellt wird. Im Gegensatz zu Informations- und Hilfsprojekten für Aids und Malaria, steht für die Aufklärung über die Zuckerkrankheit einfach kein Geld zur Verfügung. Setzt sich dieser Trend so fort, werden laut Schätzungen bis ins Jahr 2030 rund 24 Millionen Afrikaner an Diabetes erkranken.

Selbsthilfeorganisationen gegründet

Nach dem Motto "Wenn dir niemand hilft, hilf dir selbst", haben sich in Afrika bereits Selbsthilfegruppen gebildet, mit dem Ziel Menschen zu informieren und zu unterstützen.

George Ezeani, der Gründer des Vereins Diabetes Care - West Africa, reist beispielsweise gemeinsam mit seiner Frau mehrere Monate im Jahr nach Togo, um dort Informationsveranstaltungen abzuhalten und Blutzucker zu messen. Woher der in Deutschland lebende Afrikaner seine Motivation nimmt, ist in einem Satz erklärt. "Menschen dort sterben, ohne zu wissen warum", wie er uns am Telefon erzählt. Sein langfristiges Ziel ist es, Beratungsstellen für Diabetes an Krankenhäusern einzurichten und deutsche Fachleute ins Land zu bringen. Für solche Einsätze fehlt momentan jedoch leider noch das Geld. Aus diesem Grund hoffen George und sein Team auch besonders auf Unterstützung aus Europa.

Foto © George Ezeani / Diabetes Care - West Afrika e.V.

Fehlende medizinische Versorgung

Weltweit wird alle 20 Sekunden eine Zuckerkrankheit diagnostiziert, die meisten davon bereits jetzt in Entwicklungsländern. Während Diabetes in der westlichen Welt, dank moderner medizinischer Versorgung, keine Bedrohung mehr für das Leben darstellt, sterben in Entwicklungsländern laut Angaben einer Selbsthilfegruppe bereits jetzt mehr Menschen an den Folgen der Zuckerkrankheit als an Aids.

BJ

 

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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