Die künstliche Bauchspeicheldrüse – Technik in Reichweite?

18.3.2014 – Fortschrittliche Sensortechnik in Kombination mit modernen Insulinpumpen könnte Typ I Diabetikern ein normaleres Leben ermöglichen, bis es eine tatsächliche Heilung gibt.

 

Einfach mal auf die Erkrankung vergessen. Dieser Wunsch ist für die allermeisten der 30 Millionen Typ I Diabetiker weltweit aktuell noch ein vergeblicher Wunsch. Aber eben längst nicht mehr für alle. Einige wenige können diesen Luxus dankt modernster Medizintechnik bereits genießen. Ihren Blutzucker müssen sie nicht mehr manuell überwachen und korrigieren, diese Aufgabe übernimmt ein kleiner Computer.

Erste Prototypen im Test

Dieses Gerät besteht im wesentlichen aus einem Glukosesensor, einer Insulinpumpe und einem kleinen Computer. Seine Aufgabe ist es, Insulin je nach Blutzuckerspiegel freizusetzen. Momentan finden sowohl in den USA als auch in Europa erste Tests mit Prototypen statt. In den nächsten Monaten wird die Effizienz und Sicherheit der ersten Prototypen untersucht.

Mit seinem Sensor, einer Nadel und einem kleinen Computer ist das künstliche Pankreas noch keine elegante Lösung, die Funktion der Bauchspeicheldrüse zu ersetzen. Es sei viel eher als Verbesserung der Lebensqualität zu verstehen, bis es gelingt, tatsächlich eine Heilung der Erkrankung zu erzielen.

Simpel nur auf den ersten Blick

So simpel wie das Prinzip klingen mag, so komplex ist die Umsetzung.  Das größte Problem liegt laut Wissenschaftlern an der momentanen Sensortechnik. Aktuelle Blutzuckersensoren sind oft zu ungenau und fehleranfällig. Dieses Problem konnte durch die Entwicklung präziser, kontinuierlich messender Glukosesensoren gelöst werden.

2009 kam schließlich die erste Insulinpumpe auf den Markt, welche Daten von einem kontinuierlichen Glukosesensor empfangen konnte. Aufgabe dieses Geräts war es lediglich einen Unterzucker zu detektieren und daraufhin das Basalinsulin für 2 Stunden zu stoppen. Speziell beim Auftreten nächtlicher „Hypos“ war dieses Gerät somit vorteilhaft.

Eine bereits aufgetretene Unterzuckerung kann damit allerdings nur gestoppt, jedoch nicht verhindert werden. Dazu bedurfte es noch einer ausgeklügelten Software. Diese Software muss die Blutzuckerwerte kontinuierlich analysieren und daraus Vorhersagen treffen, wie sich der Blutzucker in der nahen Zukunft verändern wird.

Erste Studien zeigen bereits, dass ein künstliches Pankreas den Blutzuckerspiegel besser unter Kontrolle halten kann als es der Patient durch manuelle Kontrolle schafft.

 

BJ

 

 

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

 

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