Erkältungsviren können Übergewicht fördern

4.2.2014 – Kindliches Übergewicht ist ein ernst zu nehmendes Problem in vielen Ländern der Welt.  Amerikanische Forscher konnten nun einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit einem Erkältungsvirus und Übergewicht feststellen.

 


In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen in vielen Ländern der Welt drastisch gestiegen. Bleiben diese Kinder bis ins Erwachsenenalter hinein übergewichtig, kann die Lebenserwartung um bis zu zwanzig Jahre verkürzt sein. Obwohl bereits viele Faktoren, die zu Übergewicht führen können, identifiziert wurden, liefern diese oft keine ausreichende Erklärung. Gene scheinen beispielsweise eine bedeutende Rolle für die Entstehung von Übergewicht zu spielen, erklären aber nicht den rasanten Anstieg von übergewichtigen Kindern in den letzten Jahrzehnten. Die Theorie, dass Übergewicht durch virale Infektionen mitverursacht sein könnte, wurde bislang unzureichend untersucht. Diese Lücke wollten Forscher von der University of California in San Diego nun schließen.

Erkältungsviren im Verdacht

Laut Studienautoren gab es schon länger einen vermuteten Zusammenhang zwischen den sogenannten Adenoviren, welche auch für Erkältungen verantwortlich sind, und der Entstehung von Übergewicht. Speziell der Adenovirus 36 war in Versuchstieren in der Lage den Körperfettanteil zu erhöhen. In der durchgeführten Studie wollte man untersuchen, ob übergewichtige Kinder eher mit diesem Virus infiziert waren als normalgewichtige.

Übergewichtige Kinder vermehrt infiziert

Unter der Leitung von Dr. Jeffrey Schwimmer wurden 124 Kinder in die Studie aufgenommen. Rund die Hälfte war übergewichtig, die andere Hälfe normalgewichtig. Der überwiegende Anteil, nämlich 78 Prozent, der jungen Probanden, welche jemals in ihrem Leben mit dem Adenovirus infiziert waren, war auch übergewichtig. Allerdings waren nicht alle beleibten Kinder auch jemals mit dem Adenovirus 36 infiziert. Lediglich ein Viertel der übergewichtigen Kinder konnte positiv getestet werden. Wie eine weitere Analyse zeigte, war das infizierte Viertel allerdings deutlich fülliger als die nicht infizierten, übergewichtigen Kinder.

Weitere Studien erforderlich

Laut Studienautoren zeigt diese Arbeit einen möglichen Zusammenhang zwischen Infektionen mit dem Adenovirus 36 und der Entstehung von Übergewicht auf. Könnte dieser erste Verdacht in weiteren Studien erhärtet werden, so hätte es wesentliche Auswirkungen auf die Prävention und Behandlung von kindlichem Übergewicht.

 

BJ

 

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

Teile diesen Artikel

Submit to Facebook Submit to Google Bookmarks Submit to Twitter

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Tags