Gene sind nicht alles!

17.9.2013 – Lange Zeit dachte man, dass wir lediglich die Summe unseres genetischen Codes wären. Was in den Genen steht, ist vorprogrammiert. Der Einfluss den unser Leben darauf nimmt, ist gering. Warum diese Ansicht mittlerweile überholt ist, und was diese neuen Erkenntnisse für chronische Krankheiten wie Diabetes bedeuten, lesen Sie hier!

 

 

Der Bauplan unseres Körpers ist in unseren Genen niedergeschrieben. Ein beeindruckender Massenspeicher, welcher in seiner Gesamtheit das menschliche Genom bildet. Eine Symphonie, bestehend aus vier Noten, den Basen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. Deren bestimmte Abfolge ergibt Gene, welches den Bauplan für ein jeweils bestimmtes Protein in unserem Körper darstellt.

Neue Erkenntnisse

Bis in die 90er Jahre dachte man, dass die sogenannte Gensequenz die absolute Erklärung über Gesundheit und Krankheit liefern würde. Den Einfluss der Umwelt auf diese Erbinformation schätze man als gering ein. Langsam wurde einigen Forschern bewusst, dass es noch einen anderen Mechanismus geben musste. Einen Mechanismus, der es ermöglichte schneller auf Änderungen der Umwelt zu reagieren.

Der Beginn der Epigenetik

Man entdeckte bald, dass Gene ein- und ausgeschalten werden können. Die Mechanismen der Epigenetik wurden entdeckt. Dabei handelt es sich um erbliche Änderungen der Genfunktion, welche nicht die Gensequenz verändern. Durch die Umwelt in der wir Leben und unseren Lebensstil, schalten wir bestimmte Gene an und andere Gene aus.

Auswirkung auf unser Leben und das unserer Kinder

Das sich Sport und Ernährung dramatisch auf unseren Körper und unsere Gesundheit auswirken, steht außer Frage. Dass diese Effekte ausgerechnet epigenetische Ursachen zu haben scheinen, gibt der Forschung immer noch Rätsel auf. Ein Team von Wissenschaftlern aus Schweden hat nun eine besondere Studie durchgeführt, um etwas Licht ins Dunkel der Epigenetik zu bringen. Gesunde, aber unsportliche Probanden wurden Fettzellen entnommen und die epigenetische Steuerung der Gene analysiert. Nach einem halben Jahr sportlicher Betätigung wurden den Probanden erneut Proben aus dem Fettgewebe entnommen. Das erstaunliche Ergebnis: es traten Veränderungen an fast 8.000 Genen auf. Manche Gene wurden abgeschaltet, andere angeschaltet. Die Gene mit den stärksten Veränderungen waren interessanterweise jene, die zuvor schon mit der Entstehung von Übergewicht und Diabetes in Zusammenhang gebracht wurden.

Lebensstil beeinflusst unsere Gene

Wer also seinen Lebensstil umstellt, beeinflusst damit die Bedeutung seiner Gene. Mittlerweile konnten weitere Studien auch einen epigenetischen Effekt von Sport auf die Muskelzellen nachweisen. Das interessanteste Ergebnis dieser Studie ist, dass die Veränderungen umso stärker sind, je höher die Intensität des Trainings ist. Dies bestätigt auf epigenetischer Ebene den Erfolg des High Intensive Intervall Trainings. Außerdem ist mittlerweile bekannt, dass wie die epigenetische Steuerung auf unsere Nachkommen übertragen.

BJ

 

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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