Erhöht Insulin Glargin das Krebsrisiko?

11.7.2013 – Seit einigen Jahren kursiert der wage Verdacht, dass Insulin Glargin das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen könnte. Obwohl diese Daten alles andere als zuverlässig waren, bemühte man sich um eine rasche Aufklärung und kam nun zu einem beruhigenden Ergebnis.

 

 

Im Jahr 2009 hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur zum Insulin Glargin festgestellt, dass durch eine veröffentlichte Studien ein erhöhtes Brustkrebsrisiko weder bestätigt, noch ausgeschlossen werden könnte. Bei dieser sogenannten Registerstudie handelte es sich um eine rückblickende Datenauswertung. Solche Studien werden unter anderem dafür verwendet, unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufzudecken. Die Mitteilung dieser Studie war jedenfalls auch 2009 schon sehr umstritten und stand im Widerspruch zu anderen Untersuchungen.  

Folgestudien durchgeführt

Aus diesem Grund wurde die Firma Sanofi, Hersteller des Glargin-Insulinpräparates Lantus ® aufgefordert, weitere Daten zu liefern. Die erforderlichen Studien wurden durchgeführt und der Agentur übermittelt. Gemeinsam mit bereits 2012 auf dem Kongress der Amerikanischen Diabetesgesellschaft in Philadelphia präsentierten Daten, kann man nun entwarnenBei den zwei neuen Studien hatte man das Auftreten von Brustkrebs, Darmkrebs sowie Prostata-Krebs unter verschiedenen Insulintherapien verglichen. Das Ergebnis: Die Daten zeigen kein erhöhtes Krebsrisiko unter Insulin Glargin.

Studien im Detail

Es wurden drei große Kohortenstudien zu dieser Fragestellung durchgeführt.

Die größte Studie darunter war die „Northern European Database Study“, bei der 448.000 Insulin-Patienten beobachtet wurden. Laut Studienautor Professor Boyle vom Präventions-Forschungsinstitut in Lyon, fand sich für keine Krebsart eine RisikoerhöhungAuch die beiden Studien aus den USA kamen zu dem gleichen Ergebnis, obwohl die Laufzeit der Studien mit durchschnittlich 1,2 Jahren sehr kurz bemessen war.

Alle drei Studienautoren ziehen somit die gleiche Bilanz: „Insulin Glargin erhöht nicht das Krebsrisiko.“

Mit dieser Information müsse man nun verunsicherte Patienten wieder beruhigen und einen Schlussstrich unter die Debatte ziehen.

BJ

 

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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