Neuer Entstehungsweg von Diabetes entdeckt?

13.12.2012 - mTOR  ist ein Regulatorprotein, welches in unseren Zellen vorkommt und unter anderem für Wachstum und Stoffwechsel entscheidende Bedeutung hat. Bei Fehlfunktion dieses Proteins kann es zur Entstehung von Krebs kommen - und wie neuere Forschungserkenntnisse zeigen - eventuell auch zu Diabetes.

 

Die Untersuchung von mTOR hat in den letzten Jahren für einige erstaunliche Ergebnisse gesorgt. Benannt wurde es nach der Bindung, die es mit dem Medikament Rapamycin eingeht. Dieses bindet an das Protein mTOR („mammalian Target Of Rapamycin“ – übersetzt soviel wie „Ziel von Rapamycin bei Säugetieren“) und blockiert dessen Wirkung. Diese Blockierung führt unter anderem dazu, dass bestimmte Zellen des Immunsystems nicht mehr reifen können. Es wird bei Organtransplantationen als Immunsuppressivum eingesetzt und erweist dort gute Dienste.

Eine weitere interessante Entdeckung ist, dass dieses Medikament ebenfalls in der Lage ist das Leben von Versuchstieren beachtlich zu verlängern. Einige Wissenschaftler halten durch die Entdeckung dieses Mechanismus in naher Zukunft sogar schon Anti-Aging Medikamente für möglich.

mTOR und Diabetes

Insulin steht in Wechselwirkung mit mTOR. Neben seiner blutzuckerregulierenden Wirkung reguliert es auch den bis heute wenig untersuchten mTORC2 Signalweg. Dieser sehr komplexe Schaltmechanismus soll dafür sorgen, dass Zellwachstum und Zellteilung auf das Nahrungsangebot abgestimmt sind. Vereinfacht gesagt: Steht viel Nahrung zur Verfügung ist Wachstum angesagt. In Hungerzeiten wäre dies jedoch gefährlich und somit schaltet dieser Signalweg das Wachstum zurück. Forscher um Michael Hall von der Universität Basel züchteten nun Mäuse, bei denen dieser Schaltweg in der Leber von Geburt an ausgeschaltet war. Das erstaunliche Ergebnis: Bereits einige Wochen nach der Geburt waren erhöhte Blutzucker- und Insulinspiegel messbar. Der Funktionsverlust von mTORC2 führte zur Insulinresistenz. Obwohl die Forscher diesen Signalweg nur in der Leber abgeschaltet hatten, breitete sich dies im Laufe der Zeit auf den gesamten Organismus aus. Die Mäuse entwickelten auch typische Symptome eines Typ-2-Diabetes.

Möglicherweise ist man hier einem neuen Signalweg, der für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes eine Rolle zu spielen scheint, auf den Fersen. Ein Defekt im Signalweg der Stoffwechselregulation scheint zumindest auf den ersten Blick schlüssig, schaffen es doch nur wenige Typ-2-Diabetiker ihre Ernährung wirklich zu kontrollieren. Eventuell hat dieses scheinbar „unvernünftige“ Verhalten eine molekulare Ursache.

BJ

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