Stevia – der neue Süßstoff

12.3.2013 – Das neue Süßungsmittel „Stevia“ ist seit 2011 in der Europäischen Union zugelassen. Doch worum handelt es sich genau bei diesem als natürlich angepriesenem Süßungsmittel.

 

300 Mal süßer als Zucker, kalorienfrei und nicht Karies-auslösend lauten die harten Fakten zu dem Süßstoff, der aus dem zarten Pflänzchen gewonnen wird. Die Staude stammt aus Südamerika und ist bereits seit über 100 Jahren bekannt. Auch ihre süßende Wirkung wurde schon 1901 vom Entdecker, dem Botaniker Bertoni, beschrieben.

Erste Zulassung bereits 1971

Japan war das erste Land der Welt, in dem Stevia-Extrakt 1971 als Süßstoff zugelassen wurde. Im Rest der Welt war man dem neuen Pflanzenextrakt jedoch lange Zeit skeptisch gegenüber eingestellt. Grund dafür war, unter anderem, eine Studie aus den USA, durchgeführt im Jahre 1985. Diese Studie wollte einen Hinweis gefunden haben, dass ein Bestandteil des Stevia-Extrakts, Steviol, in Gegenwart bestimmter stoffwechselanregender Substanzen mutagen, also krebserregend wirkt. Da es sich bei diesem Versuchsansatz um eine relativ konstruierte Situation im Labor gehandelt hatte und weitere, der WHO vorliegende Studien keine Auswirkungen auf den Menschen zeigen konnten, wurde das damals erlassene Verbot teilweise wieder aufgehoben. Befürworter der Harmlosigkeit dieses Süßstoffs argumentieren auch mit der mehr als 25 jährigen Anwendung von Stevia-Extrakt in Japan und Brasilien.

Sinkende Nachfrage in Österreich

Doch wie sieht die Situation nach etwas mehr als einem Jahr in Österreich aus? Nach einer zunächst starken Nachfrage sind die Verkaufszahlen im Sommer 2012 eingebrochen. Grund dafür dürfte eine wachsende Skepsis der Konsumenten gegenüber dem neuen Süßungsmittel sein. Auch der veränderte Geschmack stellt ein Problem dar, welcher sich bei mit Stevia-Extrakt gesüßter Schokolade besonders negativ bemerkbar macht. Auch die angepriesene „Natürlichkeit“ muss skeptisch betrachtet werden. Tatsächlich ist die Gewinnung des Extrakts aus der Pflanze ein aufwendiger industrieller Vorgang. Es bleibt also unter dem Strich ein bitterer Nachgeschmack der süßen Natur-Romantik.

Für Diabetiker geeignet?

Für Diabetiker ist Süßstoff aus Stevia, so wie alle anderen Süßstoffe auch, bedingt geeignet. Zwar wird dieser insulinunabhängig verstoffwechselt, jedoch sollte der Ernährungsplan Süßspeisen nur in sehr moderaten Mengen enthalten. Der Eindruck, dass dadurch Mehlspeisen guten Gewissens verzehrt werden könnten, sollte nicht entstehen. Mehr dazu in unserem Artikel „Künstliche Süße – Gefahr oder Segen“.

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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