Alternative Diabetesbehandlung ist möglich

23.8.2012 - Zimt, Entspannung, Muskelaktivität und Diät optimieren den Blutzuckerspiegel und können die Volkskrankheit Typ 2 Diabetes eventuell sogar heilen. Tippt man die Worte "Alternativbehandlung und Diabetes" in diverse Suchmaschinen, finden sich mehrere Millionen Treffer in den Unweiten des World Wide Webs. Vieles wird als Wunderwaffe gegen diverse Leiden angepriesen...

Mit alternativen Heilungsmethoden Diabetes heilen?
Unter den unzähligen oft esoterischen Versprechungen versteckt sich aber durchaus der ein oder andere Tipp, der kleine Wunder gegen hohen Blutzucker erhoffen lässt. Leider nutzen noch wenig Diabetiker die Möglichkeiten der alternativen Diabetestherapie. Deshalb wollen wir uns in diesem Artikel einigen vielversprechenden Kandidaten widmen.

Zimt – der leckere Blutzuckersenker

Wie so oft bei der Entdeckung von Medikamenten war auch hier der Zufall am Werk. Richard Anderson, leitender Wissenschaftler des Beltsville Human Nutrition Research Centers, untersuchte die Auswirkungen von Lebensmittel auf den Blutzucker. Beim mit Zimt gewürzten Apfelkuchen haben sich die Wissenschaftler eigentlich schlechte Ergebnisse erwartet, aber das Gegenteil war der Fall. Verantwortlich für diese Wirkung dürfte die in dem Gewürz enthaltene Polyphenolverbindung „Methylhydroxy-Chalcone-Polymer“, kurz MHCP, sein. Diese soll den Blutzuckerspiegel senken, also ähnlich wie Insulin wirken. Basierend auf diesen Ergebnissen konnte weiters gezeigt werden, dass durch die regelmäßige Einnahme von Zimtpräparaten die Blutzuckerkonzentration zwischen 18 und 29 Prozent gesenkt werden kann. Erfreulicherweise konnten auch die Blutfette um zirka 30 Prozent vom Ausganswert gesenkt werden. Diese Ergebnisse konnten mit der Gabe von ungefähr einem Gramm Zimtpulver täglich erreicht werden.

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Ginkgo biloba – Symptome mildern

Ginkgo biloba kann dabei helfen, Spätfolgen eines Diabetes vorzubeugen. Der Pflanze wird eine blutflusssteigernde Wirkung nachgesagt, welche vor allem die Durchblutung der Extremiäten und der Augen verbessern soll. Eine Studie konnte zeigen, dass die erschöpfte Bauchspeicheldrüse von Typ 2 Diabetikern durch Ginkgo Extrakt wieder begann Insulin zu produzieren.  Auch auf depressive Symptome soll sich Ginkgo positiv auswirken, sowohl bei Diabetikern als auch bei Nichtdiabetikern.

Gymnema Sylvestre

Das Schwalbenwurzgewächs Gymnema Sylvestre ist ein Kraut, das vor allem in Indien heimisch ist. In Indien werden die Blätter der Gymnema als Mittel gegen übermäßiges Zuckerverlangen und Diabetes eingesetzt. Der indische Name für Gymnema lautet Gurmar, was übersetzt so viel bedeutet wie “Zuckerzerstörer”.
Doch hier ist Vorsicht geboten: Das Extrakt aus Gymnema war Bestandteil eines Diätmittels, welches 2009 in den USA vom Markt genommen wurde, weil schwere Nebenwirkungen - unter anderem Leberversagen – aufgetreten sind. Nähere Details dazu sind uns nicht bekannt...

Ayurveda – Das Ganze erfassen

Bei Ayurveda handelt es sich um eine indische Heilkunst, die den Menschen ganzheitlich zu
erfassen versucht. Sie konzentriert sich auf physische, mentale, emotionale und spirituelle Aspekte. Es sei eine kurze Zusammenfassung sinnvoller Maßnahmen bei Menschen mit Diabetes genannt:

1. Mindestens eine halbe Stunde Bewegung pro Tag, wobei strammes Gehen oder Radfahren ausreichend sind.
2. Frische, vollwertige, zuckerfreie Kost, wenn möglich nach ayurvedischen Gesichtspunkten zubereitet.
3. Reduktion von Schlacken und Gewicht durch eine Heißwasser-Kur und/oder Pancha Karma.
4. Gezielter Einsatz von Gewürzen wie Zimt, Gelbwurz, Ingwer, Bockshornkleesamen etc.
5. Ayurvedische Heilkräuter als Nahrungsergänzung
6. Eventuell Fischöl-Kapseln und ein Multimineral / Vitaminpräparat

Lust auf mehr Ayurveda?

Vorsicht geboten – Nicht alles was glänzt ist Gold

Pflanzlich und natürlich bedeutet auf keinen Fall ungefährlich und nebenwirkungsfrei. “Die Natur ist die beste Chemiefabrik!”, sagte mein Chemieprofessor immer – und er hat recht. Zimt enthält zum Beispiel einen geringen Anteil Cumarin, was in hoher Konzentration auch in Rattengift enthalten ist. Der Cumaringehalt im Ceylon-Zimt gilt jedoch in der üblichen Dosierung als unbedenklich. Cassia-Zimt enthält hingegen höhere Mengen Cumarin und sollte deshalb nicht in großen Mengen verzehrt werden. Auch das oben genannte Beispiel Gymnema zeigt deutlich, dass nicht alles was „natürlich“ ist auch ungefährlich sein muss.

Folglich sollte man auch bei der Anwendung alternativer Therapien exotischen Mitteln mit Vorsicht begegnen. Nicht nur die Pharmaindustrie hat finanzielle Interessen, sondern auch die Hersteller und Vertreiber vermeintlich ungefährlicher Naturprodukte – nur dass hier die strenge Überwachung durch Behörden und vorangegangene, aufwändige Studien zur Produktsicherheit fehlen. Am besten besprechen Sie eine alternative Therapie zuerst mit Ihrem Arzt.

BJ

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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Kommentare  

 
#1 Hanspeter Zgraggen 2012-09-19 09:49
Sehr interessanter Bericht.

Vor allem gefällt mir der Hinweis, dass Alternativ Heilmittel nicht zum Vornherein unbedenklich sind! Moringa oleifera wird seit längerem in vielen Uni-Instituten auf der ganzen Welt eingehend untersucht. Ausserdem ist es in der Ayurveda seit Urzeiten anerkannt und über Generationen bekannt und überliefert: Zu solchen Mittel kann und darf man auch ohne die heute fast unerschwinglich teuren Bewilligungen und Studien Vertrauen haben.
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