Diabetes Typ 1 heilbar – jedoch zu einem hohen Preis

Obwohl die Bauchspeicheldrüsentransplantation den Typ 1 Diabetes heilen kann, spielt diese Behandlung nach wie vor eine sehr untergeordnete Rolle. Weltweit werden jährlich etwa 1.000 Bauchspeicheldrüsentransplantationen vorgenommen, ungefähr 200 davon im Eurotransplant Raum.

Organspende in Österreich

Seit der ersten Transplantation im Jahr 1966 sind weltweit bereits über 7.000 Bauchspeicheldrüsen transplantiert worden. Durch die Weiterentwicklung der Operationstechnik und moderner Medikamente, welche nach der Operation notwendig sind um eine Abstoßung des fremden Gewebes zu verhindern, können heute ähnlich gute Ergebnisse erzielt werden wie bei nierentransplantierten Patienten. Durch die Transplantation können Spätschäden an den Gefäßen verhindert werden und bereits vorhandene, leichte Gefäßschäden bilden sich oft wieder zurück. Sind die Nierengefäße bereits stark geschädigt und droht die Niere zu versagen, ist die kombinierte Bauchspeicheldrüsen- und Nierentransplantation die Therapie der Wahl. Die größte spürbare Wirkung für den Patienten ist die sofortige Normalisierung des Blutzuckerspiegels mit dem Wegfallen der Blutzuckerkontrollen und Insulininjektionen.

Lebenslange Immunsuppression notwendig

Diese Verbesserung der Lebensqualität hat allerdings auch ihren Preis. Neben den Risiken durch die Operation, welche heute sehr gut beherrscht sind, benötigt man nach der Operation eine lebenslange medikamentöse Therapie. Diese Medikamente dienen dazu die körpereigene Immunabwehr herabzusetzen, damit das fremde Gewebe nicht abgestoßen wird. Auch hier stehen mittlerweile sehr moderne Medikamente zur Verfügung, die sehr gezielt auf das Immunsystem einwirken. Die Rate an Abstoßungen konnte dadurch auf 10 – 15 Prozent gesenkt werden, wobei diese vor allem in den ersten drei Monaten auftreten. Wie alle Medikamente haben auch die sogenannten Immunsuppressiva Nebenwirkungen. Neben „üblichen“ Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen erhöhen sie aber leider auch das Risiko für Tumore, wenn auch nur gering.

Bauchspeicheldrüse einfach neu?

Stellen Sie sich vor, jemand erkrankt neu an Diabetes Typ 1. Momentan würde dies für ihn eine lebenslange Insulintherapie oder eventuell oben genannte Transplantation mit all ihren Nebenwirkungen bedeuten. In Zukunft könnte es allerdings so sein, dass Sie nach der Diagnose an ein spezialisiertes Zentrum weitergeleitet werden. Dort entnimmt man Ihnen ein paar Blutproben und einen Monat später bekommen sie eine „neue“ Bauchspeicheldrüse - hergestellt aus ihren eigenen Zellen - transplantiert. Tatsächlich arbeiten Wissenschaftler schon länger an dieser Technologie. In den letzen Jahren konnte man diesem Ziel bedeutend näher kommen. Im Tierversuch ist die Herstellung eines bioartifiziellen Pankreas bereits gelungen. Das so erzeugte Gewebe zeigte im Laborversuch Reaktion auf schwankende Zuckerwerte und reagierte mit einer angepassten Insulinsekretion. Obwohl diese Technologie noch am Beginn ihrer Entwicklung steht bleibt zu hoffen, dass sich daraus in Zukunft nutzbare Therapien entwickeln werden.

 

BJ

Teile diesen Artikel

Submit to Facebook Submit to Google Bookmarks Submit to Twitter

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Tags