Eine Erfindung rettet Millionen Leben

Weltweit sind ungefähr 1,5 Millionen Menschen dialysepflichtig. Das bedeutet, ihre Nieren arbeiten nur mehr sehr eingeschränkt, oder gar nicht mehr. Gäbe es die Dialyse, auch Blutwäsche genannt, nicht, würden all diese Patienten auf eine tödliche Diagnose zusteuern – Harnvergiftung

 

Die Nieren, neben der Leber das wichtigste Entgiftungsorgan des Menschen, können aus unterschiedlichsten Gründen versagen. In den Industriestaaten ist die häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen Diabetes. Eine Erkrankung, die in den nächsten Jahren noch in dramatischem Ausmaß zunehmen wird und damit auch die Anzahl der dialysepflichtigen Patienten.

Erfindung des ersten Blutwäschegeräts

Entdeckt wurde das Prinzip der Dialyse gleich mehrfach. Anfang des vorigen Jahrhunderts entwickelte John Jakob Abel mit seinem Team bereits die erste künstliche Niere. Verwendet wurde sie allerdings nur im Tierversuch. Die erste „Blutauswaschung“ am Menschen, wie es damals genannt wurde, wagte Georg Haas. Haas konnte die Dialyse allerdings im Jahr 1925 noch nicht erfolgreich durchführen, da die Ausrüstung mangelhaft war. Wie so oft findet man das wonach man sucht jedoch ganz woanders. Der fehlende Bauteil in Form einer Dialysemembran wurde schließlich in einer Wurstfabrik entdeckt: Celophan!

Die erste erfolgreiche Dialyse gelang dann schließlich einem engagierten holländischen Assistenzarzt namens Willem Kolff. Er wollte es nicht hinnehmen, dass immer wieder Patienten an Harnvergiftung, in der Fachsprache Urämie genannt, versterben. Trotz Spott seiner Kollegen hielt er an dem Vorhaben fest, eine künstliche Niere zu bauen. Nach 16 erfolglosen Versuchen konnte er zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin eine Harnvergiftung verhindern, und rettete seinem Patienten damit das Leben. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts fand die künstliche Niere schließlich weltweite Verbreitung.

Wie funktioniert die Dialyse?

Moderne Dialysegeräte funktionieren auch heute noch nach demselben Prinzip, wie die ersten Blutwäschegeräte, nur die technischen Details haben sich entscheidend verbessert.

Unter Dialyse (von griechisch, „dia“- hindruch, „lysis“- auflösen, auftrennen) wird der Stoffaustausch über eine Membran verstanden, wobei auf der einen Seite der Membran Blut und auf der anderen Seite das Dialysat (Dialyseflüssigkeit) entlang fließt.

 

Der Harnstoff, überschüssiges Körperwasser und andere sogenannte Giftstoffe wandern dann ihrem Konzentrationsgefälle folgend vom Blut (hohe Konzentration) durch die Membran in die Dialyseflüssigkeit (niedrige Konzentration). Die Membran lässt kleine Moleküle passieren, während sie große Stoffe wie Eiweiße und Blutzellen zurückhält. Das gereinigte Blut wird nach dem Passieren dieses Filters über eine Vene wieder in den Patienten zurückgepumpt. Das Dialysat, welches nun Harnstoff und andere Abfallprodukte unseres Körpers enthält, wird in einem Beutel gesammelt und entsorgt.

Die Dialyse dauert etwa vier bis fünf Stunden und muss mindestens drei Mal die Woche durchgeführt werden. -> VIDEO "Leben mit der Dialyse" 

Eine Alternative für Patienten die unter Nierenversagen im Endstadium leiden ist, unter Umständen, die Nierentransplantation. Mit dieser Operation kann die Lebensqualität entscheidend verbessert werden, da die langen und häufigen Dialysetermine im Krankenhaus nicht mehr vonnöten sind, sobald die neue Niere arbeitet. Wie bei jeder Transplantation sind aber auch hier neben dem Operationsrisiko die Nebenwirkungen einer lebenslangen Immunsuppressionstherapie zu bedenken.

 

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise, stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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