Insulinpumpe - Nicht für jeden geeignet!

18.7.2013 – Vermutlich jeder Typ-1-Diabetiker träumt von einer Verbesserung der Insulintherapie. Der Idealfall wäre wohl ein künstliches Pankreas, welches den Blutzucker völlig selbstständig reguliert. Moderne Insulinpumpen sind Hightech-Geräte, die versuchen diesem ehrgeizigen Ziel zumindest nahe zu kommen.

 

Dank intensiver Forschung an allen Fronten haben sich in den letzten Jahren einige Lichtblicke neuer Therapien für Typ-1-Diabetiker ergeben. Während es schon längere Zeit Insulinpumpen gibt, konnte auch die Stammzellmedizin einige wichtige Fortschritte in Richtung Betazellregeneration erzielen. Bis diese Erkenntnisse in eine wirkungsvolle Therapie umgesetzt sein werden, dürfte es allerdings noch mindestens ein Jahrzehnt dauern. Bis dahin stehen Typ-1-Diabetikern, die Probleme mit dem Spritzen des Insulin haben, schon sehr gute Insulinpumpen zur Verfügung.

Wie funktioniert die Pumpe?

Die Insulinpupe ist eine kleine programmierte Pumpe mit einem Insulinreservoir, welche Insulin direkt über einen Katheter in den Körper leitet. Dieser Katheter muss nur alle zwei bis drei Tage gewechselt werden. Als neuere Entwicklung gibt es auch sogenannte Patch-Pumpen. Diese haben das Katheter-System in einem kleinen Gehäuse, „Pod“ genannt, mit der Pumpe integriert und werden direkt auf die Haut geklebt. Nach zwei bis drei Tagen wird der gesamte „Pod“ ausgewechselt.

Für wen geeignet?

Bei der Insulinpumpentherapie handelt es sich nach wie vor um keine Routineanwendung. Im Vordergrund sollte hier vor allem der Wunsch des Betroffenen stehen, auf diese Therapiemethode zurückzugreifen. Gründe hierfür können vor allem folgende sein:

  • Ausgeprägte Blutzuckerschwankungen
  • Sehr geringer Insulinbedarf
  • Starker BZ Anstieg vor allem in den Morgenstunden
  • Fehlende Hypoglykämie-Wahrnehmung
  • Schichtarbeit
  • Sehr flexibler Lebensstil
  • Leistungssport
  • Geplante Schwangerschaft
  • Nierentransplantation
  • Diabetische Magenlähmung (Gastroparese)

Im Gegensatz dazu gibt es nur wenig, was gegen eine Pumpentherapie spricht. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Falsche Erwartung an die Pumpentherapie
  • Fehlende Mitarbeit
  • Keine regelmäßige BZ-Messung
  • Instabile psychische Situation
  • Essstörungen

Vor- und Nachteile

Ein nach wie vor bestehendes Problem sind unvorhersehbare Defekte der Pumpe. Ein häufiger Grund dafür sind verstopfte oder abgeknickte Katheter. Hierdurch kann es zu einem Insulinmangel und in Folge zu einer Ketoazidose mit Übersäuerung des Körpers kommen.

Positiv für die Insulinpumpe spricht allerdings die niedrigere Zahl schwerer Hypoglykämien unter Pumpentherapie im Vergleich zur intensivierten konventionellen Insulintherapie. Auch die Insulindosis ist unter Pumpentherapie oft geringer als bei konventioneller Therapie.

Bei einer Umfrage unter Pumpenträgern konnte festgestellt werden, dass diese ihre Lebensqualität als besser bewerten wie unter konventioneller Insulintherapie.

Ein Blick in die Zukunft

Ein wesentlicher Fortschritt wären sogenannte "Closed-Loop Systeme". Darunter versteht man eine Insulinpumpe, welche selbstständig und durchgehend den Blutzucker misst und völlig automatisch die erforderliche Dosis Insulin abgibt. An solchen Systemen wird zwar seit mitlerweile 50 Jahren eifrig gearbeitet, ausgereift ist diese Technologie jedoch noch lange nicht. Aufgrund der neuesten Fortschritte im Bereich der biomedizinischen Forschung scheint die Herstellung eines biologischen Ersatzes für die zerstörten Betazellen in greifbare Nähe gerückt zu sein. Ob schlussendlich die technische oder doch die biologische Lösung obsiegen wird, bleibt abzuwarten.

BJ

 

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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