Insulintherapie bei Typ 2 Diabetikern – womit beginnen?

31.1.2013 - Um Spätschäden bei Typ 2 Diabetikern zu vermeiden muss man den Blutzucker im engen Rahmen halten. Reichen diätetische Maßnahmen und orale Antidiabetika nicht mehr aus, um dieses Ziel zu erreichen, muss auf Insulin zurückgegriffen werden.

 

Der HbA1c-Wert ist der primäre Zielwert der Diabetestherapie und sollte möglichst unter 6,5 Prozent gehalten werden. Ist der Zeitpunkt gekommen, an dem durch Ernährung, Bewegung und orale Antidiabetika der HbA1c-Zielwert nicht mehr gehalten werden kann, muss Insulin zur Therapie hinzugefügt werden. Hier stellt sich immer öfter die Frage, mit welcher Insulinstrategie man diese Patienten behandeln soll.

Studie durchgeführt

Eine neuere Untersuchung zu diesem Thema im Rahmen der „All to Target“ – Studie liefert nun neue Ergebnisse.

Bei dieser 60 Wochen dauernden Studie verglich man drei Insulin-Therapieregimes, die zusätzlich zu oralen Antidiabetika verabreicht wurden. Die Studie zeigt, dass bei der Therapie mit Lantus® (Insulin glargin) und Apidra® (Insulin glulisin) die Blutzuckerspiegel im Vergleich zu Mischinsulin mit weniger Hyperglykämien eingestellt werden konnten und eine Verbesserung der Lebensqualität eintrat.

Studienaufbau

Verglichen wurden diese drei Therapieregimes einer intensivierten Insulintherapie, welche vor allem für junge Typ 2 Diabetiker gut geeignet ist. Es wurden über 500 Diabetiker verglichen, welche trotz Einnahme einer Zweier- oder Dreierkombination oraler Antidiabetika keine ausreichende Blutzuckereinstellung erzielten. Die erste Gruppe spritzte zusätzlich Insulin aspart, Mischung 30/70 („Mischinsulin“). Die zweite Gruppe verwendete Insulin glargin plus eine prandiale Dosis Insulin glulisin zur Hauptmahlzeit („GLARG + 0-1“) und die dritte Gruppe Insulin glargin mit schrittweiser Erhöhung der glulisin-Gabe von bis zu drei Injektionen („GLARG + 0-3“).

Die Ergebnisse zeigen, dass Insulin glargin mit bis zu einer Injektion glulisin im Vergleich zu zweimal täglich Mischinsulin nicht unterlegen ist. Ein höherer Anteil der Patienten erreichte unter diesem Schema außerdem einen HbA1c-Wert von unter 7 Prozent bei seltenerem Auftreten von Hypoglykämien. Der Anteil an Patienten bei denen es zu unerwünschten Nebenwirkungen kam, war in beiden Gruppen vergleichbar.

Empfohlenes Vorgehen

Diese Ergebnisse unterstützen ein schrittweises Vorgehen. Reicht die Therapie mit oralen Antidiabetika und einem Basalinsulin nicht mehr aus, kann ein Mahlzeiteninsulin hinzugefügt werden.

BJ

Journal für klinische Endokrinologie und Stoffwechsel

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

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