Hat Insulin Nebenwirkungen?

27.6.2013 – Ohne das Medikament Insulin wäre ein normales Leben für Typ-1-Diabetiker unmöglich. Die Insulintherapie gibt es bereits seit über 80 Jahren und sie ist sehr sicher. Trotzdem können unter bestimmten Umständen Nebenwirkungen auftreten.

 

Im Jahre 1922 konnte dem ersten Typ-1-Diabetiker mit dem damals brandneuen Medikament Insulin das Leben gerettet werden. Bis dahin war es für die Forscher ein langer Weg und viele Diabetiker starben noch wenige Jahre zuvor rasch an ihrer Erkrankung.

Mittlerweile stehen unzählige Insuline zur Verfügung, von ultrakurz- bis langwirksam. Damit kann die Therapie möglichst gut dem Lebensstil des jeweiligen Patienten angepasst werden - und nicht umgekehrt.

Insulin ist gut, aber nicht frei von Fehlern

Insulin aus der Apotheke ist für Erkrankte wahrlich ein Segen, jedoch mit kleinen Macken. Das zugeführte Insulin ersetzt zwar prinzipiell das körpereigene Insulin, jedoch ist es bis heute noch nicht möglich die natürlichen Schwankungen der Insulinausschüttung nachzuahmen. Diese Tatsache führt uns zur ersten und wohl schwerstmöglichen Nebenwirkung: Über- oder Unterzuckerung.

Hyper- & Hypoglykämie

Die Blutzuckerwerte können unter Umständen auf das zwei- bis dreifache eines Gesunden ansteigen, oder bei Applikation von zu viel Insulin rapide abfallen und eine Unterzuckerung auslösen.

Beides kann dem Körper je nach Dauer der Über- oder Unterzuckerung mehr oder weniger schaden. Eine Überzuckerung wirkt sich negativ auf viele Organsysteme des Körpers aus und verursacht Folgeschäden. Kommt es zu einem Unterzucker, ist dies ein akut bedrohlicher Zustand.

Allergie

Die sogenannte Insulinallergie ist eine sehr seltene Komplikation der Insulintherapie. Beim Großteil der Fälle tritt auch keine Allergie gegen das Insulin selbst auf, sondern gegen Begleitstoffe des Insulins, welche zusätzlich in dem Präparat enthalten sind. Meist lässt sich dies durch einen Wechsel des Insulins beheben. Die Symptome können direkt nach der Injektion am Injektionsort auftreten. Dazu zählen Jucken, Brennen und eine Rötung der Haut mit Schwellung. Unter Umständen tritt die Reaktion aber auch verzögert auf und verursacht trockenen Husten und asthmatische Beschwerden.

Sehbeschwerden

Zu Beginn einer Insulintherapie kann es zu Sehstörungen kommen, vor allem dann, wenn sich die Blutzuckerwerte schlagartig verbessern. Die Sehstörung klingt meist sehr rasch wieder ab.

Beschwerden an der Einstichstelle

Durch das Spritzen von Insulin kann es zu Störungen im Unterhautfettgewebe kommen. Durch Vergrößerung von Fettzellen und lokale Umfangsvermehrung des Fettgewebes kommt es zur sogenannten Lipohypertrophie. Für Diabetiker ist es wichtig zu wissen, dass die Resorption von Insulin an solchen Stellen vermindert ist. Auch eine Lipoatrophie, der Schwund von Unterhautfettgewebe, ist möglich. Störungen im Unterhautfettgewebe werden durch einen ungenügenden Wechsel der Injektionsstellen begünstigt. Sie können sich jedoch rückbilden, wenn die Injektion von Insulin an diesen Stellen ausgespart wird. 

 

BJ

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich

Teile diesen Artikel

Submit to Facebook Submit to Google Bookmarks Submit to Twitter

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Tags