Ersetzen, was der Körper nicht mehr selbst produzieren kann

Der Diabetes Typ 1 unterscheidet sich wesentlich vom Diabetes Typ 2, was sich auch in der unterschiedlichen Therapie zeigt. Bei dieser Form der Erkrankung handelt es sich um einen absoluten Insulinmangel-Diabetes.

 

 

Die Ursache für diese Krankheit ist das Fehlen des lebenswichtigen Hormons Insulin. Es wird von der Bauchspeicheldrüse produziert und ist der Hauptakteur der Blutzuckerregulation. Fehlt Insulin kann Blutzucker nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden. Es reichert sich im Blut an und gleichzeitig fehlt es den Zellen bei der Energiegewinnung.

Meistens trifft die Erkrankung junge Menschen aus heiterem Himmel. Folgende Symptome können auftreten:

  • Häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Starker Durst (Polydipsie)
  • Geringer Appetit und Gewichtsverlust
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit
  • Mundtrockenheit und nächtliche Wadenkrämpfe
  • Sehstörungen

Diese Symptome können sowohl bei Typ 1 als auch bei Typ 2 Diabetes vorhanden sein, entwickeln sich bei Typ 1 Diabetikern jedoch innerhalb weniger Tage bis Wochen.

 

Die lebensrettende Therapie

Da die Ursache der Erkrankung beim Typ 1 Diabetiker in einem absoluten Insulinmangel liegt, besteht die Therapie darin, das fehlende Insulin zu ersetzen. Dies geschieht meist durch das Spritzen des Insulins in das Unterhaut-Fettgewebe, die sogenannte subkutane Injektion. Diese Therapie wurde 1922 zum ersten Mal durchgeführt. Bis heute kann Insulin nicht als Tablette, also oral, eingenommen werden, da es sich um ein Eiweißmolekül handelt und dieses von unseren Verdauungssäften zerstört werden würde. Die Insulinbehandlung muss dabei lebenslang erfolgen um den Blutzucker ständig in seinem engen Idealbereich zu halten.

Die Schwierigkeit der Insulintherapie liegt darin, dass die Insulinkonzentration in unserem Blut, abhängig von den Mahlzeiten, ständig schwankt. Die Ausschüttung des Insulins in unserem Körper erfolgt zum überwiegenden Teil über den ansteigenden Blutzuckergehalt nach dem Essen. Der wichtigste Apparat des Typ 1 Diabetikers um die Insulintherapie präzise zu steuern ist daher das Blutzuckermessgerät.

„Insulintypen“

Unser Körper produziert nur eine Art Insulin mit einer sehr kurzen Wirkungsdauer von einigen Minuten. Um für Diabetiker eine möglichst natürliche Insulinverteilung zu erreichen wurde dieses Insulin modifiziert um die Wirkdauer zu verändern. Durch das Austauschen verschiedener Aminosäuren - den Bausteinen von Eiweiß - konnten verschiedene Insuline mit veränderter Wirkungsdauer erzeugt werden. Hieraus haben sich eine Fülle von Insulinpräparaten für die Therapie entwickelt. 

„Therapiearten“

Grundsätzlich stehen drei verschiedene Insulin-Therapieschemata für Diabetes Typ 1 zur Verfügung:

  • Konventionelle Insulintherapie

Findet meist Anwendung bei der Insulintherapie des Diabetes Typ 2 

 

  • Intensivierte Insulintherapie

Diese Therapieform wird vor allem bei Diabetes Typ 1 angewendete. Einerseits wird hierbei eine Grundversorgung mit einem langwirksamen Verzögerungsinsulin gewährleistet, die sogenannte Basis, andererseits muss zu den Mahlzeiten ein kurz wirksames Insulin, der sogenannte Bolus, gespritzt werden. Diese Therapieform ahmt die Funktion unserer gesunden Bauchspeicheldrüse nach.

 

  • Insulinpumpentherapie (kontinuierlich subkutane Insulintherapie)

Diese Therapieform kann als die modernste und komfortabelste für Typ 1 Diabetiker bezeichnet werden. Der große Nachteil sind die hohen Kosten, die gut begründet werden müssen um eine Kostenübernahem seitens der Krankenkasse zu rechtfertigen.

 

BJ

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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