Medikament Insulin – Modernste Biotechnologie im Einsatz

Es sind schon ein paar Jahre vergangen, seitdem der erste Patient im Jahre 1922 mit Insulin behandelt wurde und man dem damals 13-jährigen Jungen damit das Leben gerettet hat. Insulin ist auch heute noch die Therapie der Wahl für den Typ 1 Diabetiker – entscheidende Verbesserungen dieser Behandlung konnten dank moderner Biotechnologie allerdings erreicht werden.

 

Es war ein langer Weg, bis das verantwortliche Hormon für die Blutzuckerregulation gefunden war. Im Jahre 1922 trat das neu entdeckte Hormon des Zuckerstoffwechsels seinen Siegeszug schließlich auch als Medikament an. Über die Jahre hinweg wurde Insulin auf verschiedene Weise verändert, um seine Eigenschaften zu optimieren. Früher verwendete man tierisches Insulin, das aus Schweinen oder Rindern isoliert werden musste. Dabei handelt es sich allerdings um einen aufwändigen Prozess und außerdem wurde das tierische Insulin nicht von allen Patienten vertragen. Die moderne Biotechnologie hat für dieses Problem eine Lösung gefunden. 1979 gelang es erstmals, das Gen für die Insulinproduktion aus dem menschlichen Erbgut zu isolieren und es in Mikroorganismen einzuschleusen. Diese Mikroorganismen beginnen dann menschliches Insulin zu produzieren, welches gesammelt und gereinigt als Medikament verwendet werden kann. Darüber hinaus kann man mittels dieser Technologie das Insulin auch gezielt verändern, beispielsweise um eine verlängerte Wirkungsdauer zu erreichen. Heute werden Patienten in der Regel mit Humaninsulin behandelt.     

1. Kurzwirksame Insuline

Normalinsulin

Dieses Insulin war das erste verwendete humane Insulin und wird deshalb auch Altinsulin genannt. Bei subkutaner (unter die Haut) Injektion ist bei einem Wirkeintritt nach 30 Minuten die maximale Wirkung nach zwei Stunden erreicht. Die Wirkdauer beträgt insgesamt vier bis sechs Stunden. Dieses Insulin hat einerseits den Nachteil des langsamen Wirkungseintritts und andererseits den Nachteil des langen Insulinüberhangs. Dies war der Ansporn Insuline zu produzieren, die näher an die Wirkkurve des natürlichen Insulins kommen.

 

Insulinanaloga

Die Insuline Lispro, Aspart und Glulisin gehören zu dieser Gruppe mit einem besonders kurzen Wirkeintritt von zehn Minuten und einer kurzen Wirkdauer von zwei bis drei Stunden. Die Vorteile dieser Insuline sind ein niedrigerer Blutzuckerspiegel nach dem Essen und eine geringere Gefahr von Unterzuckerung durch den langen Insulinüberhang bei Normalinsulin.

2. Langwirksame Insuline

Um es Diabetikern zu erleichtern den basalen Insulinspiegel aufrecht zu erhalten, wurden langwirksame Insuline hergestellt.

 

Zink-Insuline

Die ersten lang wirksamen Insuline waren an Zink gebunden. Bereits 1934 wurde dieses Zink Insulin verfügbar. Durch die komplexe Handhabung dieser Präparate wurden sie nach und nach von neueren Insulinen verdrängt und werden heute nicht mehr angewendet.

 

NPH-Insuline

NPH steht für Neutrales Protamin Hagedorn. In Namen enthalten sind somit der Entdecker Hagedorn und die Wirkungsweise. Diese Insuline erreichen ihre lange Wirkdauer durch Bindung an das Eiweiß Protamin, das dem Insulin beigesetzt ist. Auch dieses Insulin muss vor der Verabreichung sorgfältig gemischt werden.

 

Verzögerungsinsulin

Insulin glargin und Insulin detemir sind humane Insuline mit einem Verzögerungsmechanismus. Nach der subkutanen Injektion geht das Insulin glargin in eine nur langsam lösliche Form über und gibt somit langsam eine bestimmte Menge Insulin frei. Insulin detemir bindet hingegen nach der Injektion an körpereigene Proteine, wodurch die verzögerte Freisetzung verursacht wird. Da ihre Wirkung bis zu 24 Stunden anhält, müssen sie in der Regel nur ein Mal pro Tag gespritzt werden.

3. Mischinsuline

Dies sind Kombinationen von schnell- und langsamwirksamen Insulinen in unterschiedlichem Verhältnis. Mischinsuline sind für die konventionelle Therapie gedacht und vor allem für Typ 2 Diabetiker geeignet, die einen regelmäßigen Tagesablauf mit festen Essenszeiten haben.

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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